Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer SAm 08675
Ein Perlenschurz für Mädchen, besetzt mit weiß-blauer Perlenstickerei in Mäandermustern.
Parallel trapezförmige Perlenschurze bildeten bei den Ethnien der Guayanas bis ins 19. Jh. den Hauptschmuck für Frauen. Die dafür verwendeten Glasperlen gelangten als Handelsware im 17. Jh. in die Küstengebiete und wurden später auch im Binnenland gehandelt. Die Schurze wurden an einem Webrahmen aus einem gebogenen Stab mit einem tangierenden geraden Stab hergestellt. Aus frühen Berichten von Reisenden ins Binnenland der Guayanas geht hervor, dass viele Gruppen, wie die Pemón, im frühen 19. Jh häufiger reich mit Mustern bestickte Schurze herstellten, die Fertigung sich später aber zu ungeschmückten Stücken vereinfachte. Da die europäischen Sammler jedoch vornehmlich die aufwändig bestickten Schurze sammelten, entstand in den Museen offenbar ein verzerrtes Bild über diesen Aspekt der materiellen Kultur der Guayanas.
Die Wapishána sind eine größere Gruppe der Arawak-Sprachfamilie im Grenzgebiet zwischen Brasilien, Venezuela und Guayana. Sie migrierten aus südlich gelegenen Territorien im späten 18. Jh in diese Gegend. Um 2015 wurde ihre Zahl auf etwa 15.000 geschätzt, wobei etwa zwei Drittel von ihnen auf der brasilianischen Seite der Grenze in kleinen Dörfern leben. Im späten 20. Jh haben sie sich zunehmend in die regionalen Marktwirtschaften integriert – Neben Brandrodung für Maniokanbau, Jagd und Fischfang betreiben sie seitdem auch Viehzucht und (Kunst)Handwerk zum Verkauf für Haushaltwaren und Konsumgüter.
Der Ethnologe Theodor Koch Grünberg (1872-1924) wurde durch seine Forschung und Reisen im Amazonasgebiet international bekannt. Er nahm an der 2. Xingu-Expedition Herrmann Meyers teil (1898-1900), bereiste den Yapura und den Rio Negro an der Grenze zwischen Brasilien und Venezuela 1903-05, und unternahm eine weitere Expedition in dieses Grenzgebiet des Nordwestamazonas 1911-13. Zudem gilt er als Pionier der anthropologischen Fotografie. Ab 1915 leitete er das Lindenmuseum Stuttgart. (MVL, Frank Usbeck, 22.02.2023)
Kultureller Kontext
Wapishana (Herstellung)
Reproduktion
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