Ort, Datierung
Abmessungen
H 42,4 cm, B max. 18,5 cm, T max. 12,1 cm, H Skelettfigur 21,0 cm
Inventarnummer
II 116
Mit dem Tödlein hinterließ der vor allem durch seine Elfenbeinwerke berühmt gewordene Künstler Christoph Angermair, der für Herzog Maximilian I. von Bayern tätig war und 1633 in München starb, seine letzte datierte Arbeit. Alle Details der Darstellung stehen in engem Bezug zur Gestalt des personifizierten Todes und fügen sich zu einer düsteren Vanitas-Ikonographie, die dennoch die Dualität von Leben und Tod, Licht und Finsternis, Jugend und Alter betont: Der Grabspaten, auf dessen Rückseite die Signatur von Angermair zu lesen ist, gemahnt in der Hand des Knochenmannes an die Unausweichlichkeit des Todes, während die halb geöffnete Schriftrolle, die er mit der Rechten hält, auf Gelehrsamkeit, Lebenserkenntnis, aber auch auf die Vergänglichkeit irdischen Ruhmes verweist. Zwei miteinander verschlungene Schlangen, die in der christlichen Symbolik auch als Zeichen des Todes gelten, korrespondieren auf der Frontfläche des Postaments mit einem Kreis (mit Mittelpunkt), der für die Sonne und damit für die Kraft des Lebens und Glaubens steht. Die winzige Eidechse auf der Oberseite des Postaments steht in direktem Bezug zu diesem Sonnensymbol. Folgt man der frühchristlichen Tiersymbolik, so wendet sich die Eidechse, die im Alter ihre Sehkraft verliert, der aufgehenden Sonne zu und gewinnt ihr Augenlicht zurück. Als auf den Menschen bezogenes Gleichnis bedeutet dies, dass der alte Mensch, dem die Augen seines Herzens trüber werden, die aufgehende Sonne der Gerechtigkeit (Jesus Christus) suchen muss und darin Tröstung findet.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
signiert und datiert auf der Rückseite des Spatenblattes: CHRISTOF ANGERMAIR PILTHAUER 16.32.
Reproduktion
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