Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer SAm 00057
Eine Schöpfkelle, gefertigt aus einem längs halbierten Kalebassenkürbis. Das Stück ist innen schwarz und trägt außen Brandverzierungen. Der Griff ist durchbohrt und mit einer Schlaufe versehen.
Die Iaualapiti (auch Yawalapiti u.a.) sind eine kleine Gruppe der Arawak-Sprachfamilie im Gebiet des oberen Xingu. Nach Kriegen mit benachbarten Gruppen in den 1930er Jahren verließen sie ihre alten Dörfer am Rio Tuatuari und zogen zum Rio Culuene. In den 1940er Jahren brach eine Masernepidemie herein, worauf sich die verbliebenen Familien kurzzeitig anderen Gruppen anschlossen, in den 1960er Jahren aber wieder eigene Siedlungen gründeten. Die Diaspora und Heiraten mit benachbarten Gruppen führte allerdings dazu, dass heute viele der c. 250 Mitglieder (1014) vornehmlich Kamayura oder Kuikuro sprechen. Die Wirtschaft der Iaualapiti basiert bis heute auf Maniokanbau (Männer) und Fischfang (Männer und Frauen). Eine bekannte Person ist das Oberhaupt Aritana Yawalpiti (1949-2020), der als Sprecher der Xingu-Gruppen in Mato Grosso fungierte und auch Präsident des Xingu-Umweltforschungszentrums IPEAX war.
Herrmann August Meyer (1871-1932) entstammte einer erfolgreichen Leipziger Verlegerfamilie. Nach dem Studium der Ethnologie und Anthropologie organisierte er zwei Expeditionen ins Gebiet des Xingú in Brasilien (1895/96 und 1898/99) und gründete mehrere deutsche Kolonien im Süden des Landes. Der wissenschaftliche Erfolg und die fachliche Aufbereitung der Expeditionen blieben bescheiden. Meyer gilt jedoch als besonderer Unterstützer des Leipziger Museums, zumal er dem Museum den Großteil seiner etwa 4000 Objekte umfassenden ethnografischen Sammlung schenkte. Davon sind heute noch ca. 1500 Objekte vorhanden. (MVL, Frank Usbeck, 22.11.2021)
Kultureller Kontext
Iaulapití (Herstellung)
Reproduktion
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