Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer SAm 06342
Ein Spielzeug aus ineinander verflochtenen Strohstreifen.
Die Kalapalo sind eine Gruppe der karaibischen Sprachfamilie am oberen Xingu. Ihr Name stammt von der Bezeichnung des ursprünglichen Dorfes. Nach Hermann Meyer bildeten sie eine von mehreren Untergruppen der Akuku, die er wiederum den Nafuquá zurechnete. Die Kalapalo lebten trotz gelegentlicher Besuche durch Missionare und Forscher seit dem 19. Jh weitgehend isoliert. Durch die Einrichtung des Xingu-Schutzgebiets 1961 wuchs ihre Bevölkerungszahl, so dass um 2015 ca. 650 Kalapalo in acht Dörfern von Fischfang sowie von Gartenbau mit Mais, Maniok und Piqui lebten. Die Jagd wird bis heute nur selten praktiziert, weil Tabus gegen das Verspeisen vieler Tierarten bestehen und man fürchtet, dass regelmäßige Jagd Aggressionen innerhalb der Gesellschaft verstärken könne.
Herrmann August Meyer (1871-1932) entstammte einer erfolgreichen Leipziger Verlegerfamilie. Nach dem Studium der Ethnologie und Anthropologie organisierte er zwei Expeditionen ins Gebiet des Xingú in Brasilien (1895/96 und 1898/99) und gründete mehrere deutsche Kolonien im Süden des Landes. Der wissenschaftliche Erfolg und die fachliche Aufbereitung der Expeditionen blieben bescheiden. Meyer gilt jedoch als besonderer Unterstützer des Leipziger Museums, zumal er dem Museum den Großteil seiner etwa 4000 Objekte umfassenden ethnografischen Sammlung schenkte. Davon sind heute noch ca. 1500 Objekte vorhanden. (MVL, Frank Usbeck, 17.03.2022)
Kultureller Kontext
Akukú Calapalu (Herstellung)
Reproduktion
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