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Seelen- oder Totenfigur (tau-tau)

uns nicht bekannt - Hersteller
Ort, Datierung
Indonesien, Süd-Sulawesi, vor 1970
Abmessungen
127 x 26 x 42 cm, 11350 g
Inventarnummer
71387
Die Totenrituale der Sa’dan-Toraja sind mit besonders aufwendigen Zeremonien und hohen Kosten verbunden. Wochen, Monate oder Jahre können vergehen, bis die Familie in der Lage ist, die je nach Status des Verstorbenen bis zu sieben Tage andauernden Totenfeste auszurichten. Bis zur Durchführung der Begräbnisrituale wird der Tod zunächst ignoriert. Der in Decken eingehüllte Leichnam gilt nur als fieberhaft erkrankt oder schlafend. Gehört der oder die Verstorbene dem Adel an, erhält ein darauf spezialisierter Schnitzer den Auftrag, für das Totenfest eine Figur aus dem Holz eines Jackfruit-Baumes herzustellen. Dieses tau-tau ("wie ein Mensch") genannte Abbild wird zum vorübergehenden Aufenthaltsort der Totenseele. Eine Prozession aller Festteilnehmer führt den aufgebahrten Toten gemeinsam mit der in wertvolle Stoffe und Statussymbole gekleideten Figur und zahlreichen Opfertieren zum Festplatz. Hier werden in den Abendstunden Reigen getanzt und Klagelieder gesungen. Eine letzte Prozession führt am Ende der Bestattungsriten vom Festplatz zum Felsengrab, dem "Haus, aus dem kein Rauch aufsteigt". In einer mitunter 60 bis 70 Meter hoch gelegenen Felsnische wird der Leichnam zur Ruhe gebettet. Die Totenseele gelangt in das mythische Seelenland, wo sie allmählich zu einem Ahnen transformiert wird. Die Holzfigur wird in der Nähe des Grabes in einer "Galerie" aufgestellt. Sie erinnert an den Verstorbenen und dient zugleich als Medium, um mit dem Ahnen zu kommunizieren.
(MVD, Petra Martin)
Kultureller Kontext
Sa´dan (Sammelereignis)
Petra Martin: Der Weg nach Puya. Umgang mit Tod und Vergänglichkeit bei den Toraja in Südsulawesi (Indonesien), in: Dresdener Kunstblätter (2024), Heft 4, S. 46, Abb. 2
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