Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 05710
Abmessungen
47,5 x 26,5 x 17,0 cm, 16,1 kg
Inventarnummer
05710
Die Marmorskulptur gelangte 1882 als Schenkung an das sächsische Königshaus. Der indische Musikwissenschaftler Sourindro Mohun Tagore (Surindra Mohan Thakur) hatte sie zusammen mit über 800 weiteren Objekten aus Kalkutta (Kolkata) an König Albert geschickt.
Museumsdirektor A. B. Meyer erkundigte sich nach ihrer stilistischen Einordnung. Tagore verwies in seiner Antwort auf eine aus heutiger Sicht problematische, möglicherweise gewaltvolle Erwerbungsgeschichte: Die Skulptur kam ursprünglich aus Burma (Myanmar). Sein Vater erwarb sie vor 1858 in Kalkutta von britischen Soldaten, die sie als Kriegsbeute aus dem Zweiten Anglo-Birmanischen Krieg von 1852/53 mitgebracht hatten. Damals stand Indien unter Herrschaft der britischen Ostindien-Kompanie, Teile Burmas wurden im Zuge dieses Krieges von Großbritannien annektiert.
Die Figur entspricht dem Typus des Buddha Shākyamuni in der Mediationshaltung. Sie zählt auch in Burma zu den verbreitetsten Darstellungen des Religionsstifters Siddhārtha Gautama. Buddha sitzt mit gekreuzten Beinen auf einer Lotosblüte als Thron. Die rechte Hand zeigt die Geste der Erdberührung, die linke Hand ruht in der Geste der Meditation im Schoß. Stilistisch ist die Skulptur ist in die späte Ava-Periode des 18. Jahrhunderts einzuordnen. Dafür typisch sind die doppelten, eingeritzten Linien der Gewandsäume und der Ränder der Lotosblütenblätter.
Das Gesicht des Buddhas wirkt jugendlich. Die langgezogenen Ohrläppchen verweisen auf den schweren Goldschmuck, den der Prinz bei der Abkehr vom weltlichen Leben ablegte. Über dem Scheitel erhebt sich der charakteristische Schädelauswuchs (ushnīsha), der Weisheit und Erleuchtung symbolisiert.
Der Sockel ist nur an der Vorderseite verziert, die Rückseite ist grob behauen. Das legt nahe, dass die Figur ursprünglich vor einer Wand oder in einer Nische eines Tempels oder Klosters aufgestellt war. Bei den burmesischen Schriftzeichen in der Kartusche handelt es sich vermutlich um eine Stifterinschrift.
Kultureller Kontext
Bengalen (Erwerbung)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
rückseitig in der Mi. oberhalb des Sockels bez. mit schwarzer Tusche: "Calkutta"
Reproduktion
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