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Die Kriegerjacke besteht aus der Haut des Schuppentieres (Pangolin), welche mit Rattanstreifen auf Baumbast befestigt wurde. Die dachziegelartig übereinander liegenden Hornschuppen, boten den im Inneren Borneos lebenden Ngaju und Ot Danum (heute Provinz Zentral-Kalimantan in Indonesien) bei Kämpfen Schutz gegen vergiftete Pfeile und hielten auch Lanzenstichen stand. Man nahm lange an, dass diese Jacken – ebenso wie die der im Nordwesten Borneos lebenden Iban – aus Fischschuppen hergestellt wurden und bezeichnete sie demzufolge als „Fischschuppenpanzer“. Derartige Jacken scheinen als Curiosa bei den Europäern sehr beliebt gewesen zu sein, denn sie sind frühzeitig in europäischen Sammlungen nachweisbar. Im Musée de L’Homme in Paris befindet sich ein nahezu identisches Stück, das nachweislich bereits Ende des 17.Jh. auf dem Boden Frankreichs war. Das Dresdner Museum besitzt zwei Exemplare. Das hier gezeigte befand sich bis zum Jahr 1935 mit weiteren 24 Objekten aus Borneo – darunter auch einer aus Pflanzenfasern geflochtenen Kriegerjacke der Tebidah von West-Kalimantan – im persönlichen Besitz der Wettiner. Die Erwerbungsquelle ist bisher nicht bekannt. Möglicherweise handelt es sich aber um Objekte aus den früheren umfangreichen Schenkungen des Dresdners Wolf Curt von Schierbrand an den Hof. Als weitere Quelle kommen auch die Sammlungen aus Borneo von Oscar von Kessel in Betracht. Sowohl v. Schierbrand als auch v. Kessel standen als Kartographen in niederländisch-ostindischen Diensten. (Petra Martin, 2004)
Kultureller Kontext
Dayak (Herstellung)
Petra Martin: Gaben an die Residenz: Ethnographische Kostbarkeiten aus den Kurfürstlich-Königlichen Sammlungen Dresdens; Ausstellung des Museums für Völkerkunde Dresden, [26.2. - 31.12.2004], Dresden 2004, Seite 39, Abb. 37 (farbig)

Rosemarie Zell: Alte Kulturen auf Sumatra, Java, Borneo. Ausstellung des Staatlichen Museums für Völkerkunde Dresden, 1985/86, Dresden 1985, Seite 89 (schwarz-weiss)
Reproduktion
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