Abmessungen
Kris: 45 x 9 cm, Scheide: 42,5 x 13,5 cm; Gesamt 401,4 g
Inventarnummer
02882
Der javanische Kris befindet sich seit dem frühen 18., möglicherweise auch bereits seit dem ausgehenden 17. Jh., in Dresden. Erstmals wurde der Dolch als "japanische vergiftete Messerklinge, mit Gold eingeschlagen" am 5. Mai 1718 anlässlich seiner Übergabe von der Büchsenkammer des Schlosses an die "Indianische Kammer" erwähnt. 1882 ist der Kris vom Königlichen Historischen Museum in das kurz zuvor gegründete Königliche Zoologische und Anthropologisch-Ethnographische Museum zu Dresden überführt worden.
Der Kris hat in Dresden signifikante Veränderungen erfahren: 1757 – zur Zeit des Siebenjährigen Krieges – wurde sein einst kostbarer, mit Gold verzierter Griff demontiert, verkauft und durch eine schlichte Nachbildung aus einheimischem (sächsischen) Holz im Yogya-Stil ersetzt. Auch die originale, ursprünglich gelb/braun lackierte Holzscheide ist, wie jüngere Untersuchungen ergaben, erst in Dresden mit Chinoiserien bemalt worden. Stilistisch-ikonographisch werden die Motive der Werkstatt des Hoflackieres Martin Schnell zugeschrieben.
Authentisch javanisch verblieb lediglich die parmorierte Klinge, deren reiche Goldverzierung mit Rankenwerk und einer singa-Darstellung als charakteristisch für die zentraljavanischen Fürstenhöfe angesehen werden kann.

(MVD, Petra Martin)
Literatur
Gilbert Lupfer und Martin Roth (Hgs.) Karin Kolb: Zukunft seit 1560. Bd. 1, Die Ausstellung [... anlässlich der Ausstellung "Zukunft seit 1560. Die Ausstellung", Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Residenzschloss, 18. April bis 7. November 2010], Berlin, München 2010, S. 71, Abb. 72 (farbig)

Petra Martin: Gaben an die Residenz: Ethnographische Kostbarkeiten aus den Kurfürstlich-Königlichen Sammlungen Dresdens; Ausstellung des Museums für Völkerkunde Dresden, [26.2. - 31.12.2004], Dresden 2004, Seite 15, Abb. 8 (farbig)
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