Kriegskeule

Ort, Datierung
Nordamerika, nördliche Great Plains, Winnebago, vor 1909
Abmessungen
40 x 67 x 3,5 cm
Inventarnummer
27995
Eine Kriegskeule des sogenannten Gewehrkolben-Typs (gunstock). Dieser Typ läuft vom nahezu runden Griff hin zu einem breiten Holzblatt aus, das noch dazu winklig abknickt, so dass es aussieht, als hielte man ein Gewehr am Lauf und schlüge mit dem Kolben auf den Gegner. Am Winkel des Blatts, wo bei einem Gewehr das Schloss angebracht wäre, ist oft eine (oder mehrere) Messerklinge rechtwinklig eingelassen, so dass man die Keule auch als Stichwaffe einsetzen kann. Das Design dieser Waffe ist prähistorisch und entstand im östlichen Waldland, es verbreitete sich auf die Prärien und war Mitte des 19. Jahrhunderts besonders bei Sioux-Gruppen beliebt.
Das Keulenblatt des hier vorliegenden Objekts ist mit Metallnieten in geometrischen Mustern beschlagen. Das eingelassene Messer ist eine schmiedeeiserne Klinge des "DAG"-Typs, d.h. sie ist zweischneidig, und beide Schneiden verlaufen vom Schaft lange parallel, so dass die Spitze relativ stumpf wirkt. Dieser Messertyp war eine populäre Handelsklinge des 19. Jahrhunderts. Am Griffende der Keule sind mittels einer Lederschnur mehrere Federn befestigt, die in Patronenhülsen eingesteckt sind. Auf das Lederband sind Metallperlen aufgezogen. (MVL, Frank Usbeck, 04.04.2019)
Kultureller Kontext
Dakota
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
"Winnebago Lenders"
Literatur
Staatliches Museum für Völkerkunde Dresden: Waffen ferner Völker : Amerika, Afrika, Asien, Südsee, Dresden 1965, S. 50, Abb. 2 (schwarz-weiss)
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