Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 59760
Ort, Datierung
Nordamerika, Prärie vor 1955
Material und Technik
Abmessungen
49 x 51,5 x 10 cm
Inventarnummer
59760
Ein bemalter Schild aus Rohleder, auf einen Holzreifen gespannt. Er ist der späteren Reiterperiode der Prärievölker zuzuordnen, in der die Schilde generell kleiner gefertigt wurden (c. 50 cm Durchmesser), um zu Pferde besser handhabbar zu sein. Die Bemalung stell einen Vogel (Falke?) und einen vierzackigen Stern dar. Von den Flügelenden des Vogels gehen nach hinten lange blaue Wellenlinien aus. Die Bemalung der Schilde hat in der Regel persönliche spirituelle Bedeutung, um den Träger besser vor Bedrohungen zu schützen und seine geistige Kraft zu erhöhen.
Das Stück kam 1974 im Rahmen der DDR-Museumskonsolidierung nach Dresden. Die Sammlung der Burg Kriebstein wurde in den 1950er Jahren nach Hohenstein-Ernstthal gebracht. Dort gelangten einige Objekte zeitweise auch in den Besitz einer lokalen Indianistik-Gruppe, bis das Dresdner Museum mit Hilfe weiterer staatlicher Stellen die Objekte 1974 nach Dresden und Radebeul verbrachte. Fehlende Unterlagen machen weitere Nachforschungen zur Herkunft bislang unmöglich.
Die Museumskonsolidierung und -profilierung war eine in der DDR ab den 1950er Jahren verfolgte kulturpolitische Direktive. Sie bestimmte, dass Museen thematische Schwerpunkte bilden sollten, um Sammlungen zu vereinheitlichen und deren Bearbeitung zu erleichtern. So wurden u.a. außereuropäische Ethnografika von Stadt- und Heimatmuseen und Museen für Ur- und Frühgeschichte an die Völkerkundemuseen in Leipzig, Dresden und Herrnhut abgegeben.
Material und Fertigung des Stückes werfen insgesamt Zweifel an der dokumentierten Herkunft von den Sioux auf: Das verwendete Leder konnte bislang nicht bestimmt werden, stammt jedenfalls nicht vom sonst üblicherweise verwendeten Bison. Das Leder ist nicht auf den Rahmen gespannt, sondern genagelt. Ungewöhnlich ist auch, dass sich eine Naht quer über den Schild zieht, die die Spannung und Haltbarkeit des gesamten Geräts sicher verringert und einen Schutz gegen Geschosse unmöglich macht. Das Stück könnte also maximal Repräsentationszwecken gedient haben. Am Rand sind Reste von drei Lederbändern zu sehen, an denen ursprünglich möglicherweise Federn angebracht waren. Auf der Rückseite sind zwei lederne Trageriemen befestigt. (MVL, Frank Usbeck, 21.07.2023)
Kultureller Kontext
Sioux (Sammelereignis)
Reproduktion
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