Geflecht für die Ameisenmarter (kunanan)

Ort, Datierung
Amapá, Guayana, Südamerika, vor 1979
Material und Technik
Abmessungen
40 x 42 cm
Inventarnummer
70215
Dieses Geflecht in Form eines stilisierten Jaguars wird beim Tocandira-Ritus ( Ameisenmarter) verwendet. In das Federmosaik sind Tocandira-Ameisen eingesteckt. Die Hauptrolle im Initiationsfest vieler indigener Gruppen Amazonasgebiets Brasiliens und Guayanas spielen Ameisen – die heimlichen Herrscher des Tropenwaldes – und zwar eine besondere Spezies von ihnen, die 24-Stunden-Ameisen (Paraponera clavata; portugiesisch tucandeira), die so heißen, weil ihr Stich tagelange Schmerzen nach sich zieht. Der Höhepunkt dieses Ritus ist es, die Jugendlichen den Stichen von Dutzenden dieser Ameisen auszusetzen. Diese Schmerzprobe – indem man den Jungen mit Ameisen gefüllte geflochtene „Handschuhe“ über die Unterarme stülpt, eine Prozedur, die sich im Laufe eines Festzyklus bis zu zwanzigmal wiederholen sollte, lässt die Jungen erwachsen werden und das rechte Verhältnis zu Gesellschaft und Natur finden.

(MVL, Birgit Scheps-Bretschneider)
Kultureller Kontext
Wayana-Apalai
Literatur
Klaus Kästner: Amazonien : Indianer der Regenwälder und Savannen; Ausstellung des Museums für Völkerkunde Dresden im Japanischen Palais vom 29.4.2009 bis 29.8.2010], Dresden 2009, S. 30, Abb. S. 35
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