Kopf einer Muse, Typus Thalia

Abmessungen
H: 27,7 cm, B: 22,0 cm, T: 23,9 cm
Inventarnummer
Hm 189
In den wenigsten Fällen ist in einer solch alten Sammlung wie der Dresdner Antikensammlung der Fundkontext der Werke bekannt. Das liegt daran, dass man erst in späteren Jahrhunderten damit begonnen hat, Neufunde mit Angaben zum Auffindungsort zu versehen – so wie bei dem Dresdner Musenkopf, der laut Fundnotiz am 13. April 1826 entdeckt wurde. Er kam zusammen mit zahlreichen weiteren Kunstwerken auf dem Monte Calvo bei Rieti (Italien) ans Licht, als die Antikenhändler Francesco Capranesi und Sabatino del Muto zwischen 1824 und 1839 Grabungen auf dem Gelände durchführten. Die dort zutage geförderten Reste gehörten zur Villa der Brutii Praesentes, einer einflussreichen Familie aus dem Umfeld Kaiser Hadrians. Der mit prunkvoller Architektur und kostbarem Inventar ausgestattete Landsitz erlaubte den Bewohnern Erholung fernab der Geschäfte in der Stadt. Otium und negotium nannten die Römer dieses Modell. Zur Skulpturenausstattung der Villa zählten unter anderen neun Musenstatuen, von denen sich neben dem Kopf in Dresden noch sechs Statuen in Kopenhagen erhalten haben. Wie passend erscheint an einem Ort der Muße die Ausstattung mit dem Ensemble der neun Zeus-Töchter. In der Vorstellung der Griechen und Römer erfreuten die liebreizenden Mädchen Götter und Menschen seit jeher mit fröhlichem Singen, Tanzen und Musizieren. Sie besaßen außerdem die Gabe, den Menschen Inspiration, Wissen und überzeugende Beredsamkeit einzugeben.
Dietrich Boschung, Jens Daehner, Wilfred Geominy, Huberta Heres, Kordelia Knoll, Frank Martin, Stefanie Oehmke, Joachim Raeder, Stefan F. Schröder, Friederike Sinn und Christiane Vorster (Bearb.): Katalog der antiken Bildwerke II. Idealskulputur der römischen Kaiserzeit 1, Best.-Kat. Staatliche Kunstsammlung Dresden, Skulpturensammlung, Dresden 2011, Kat. 60, S. 359-362, Nr. Inv. Hm 189, Abb. 60,1-60,4 (Friederike Sinn)
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