Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer Hm 398 (Kopf); H4 108 / 204 (Büste, Hände)

Bildnis eines Mannes auf Halbkörperbüste

Der Austausch von Köpfen lässt sich in der Antike seit hellenistischer Zeit häufig nachweisen beziehungsweise anhand von Inschriften erschließen. Betroffen waren idealplastische Skulpturen sowie Porträtstatuen aus Marmor oder aus Bronze, deren Kopf – manchmal auch nur das Gesicht – durch das Porträt einer Person ersetzt wurde, die aus aktuellem Anlass mit einer Statue geehrt werden sollte. Der Austausch eines Kopfes wird in der Regel aus Kostengründen erfolgt sein, da sich auf diese Weise die Herstellung einer ganzen Statue umgehen ließ. Gelegentlich, etwa auf der Akropolis von Athen, dürfte es auch Platzmangel gewesen sein, der zur Zweit- oder sogar zur Drittverwendung eines Statuenkörpers geführt hat. Die hier besprochene Statue kann darüber hinaus noch mit einer seltenen Besonderheit aufwarten. Im Rahmen ihrer Zweitverwendung im 3. Jh. n. Chr. ist nicht nur ein neuer Kopf in die eigens aus dem Körper herausgearbeitete Leere eingelassen worden, sondern auch eine Reduktion erfolgt: Die Statue ist im Bereich des Unterleibs von der Beinpartie abgesägt, im rückwärtigen Bereich sorgfältig ausgehöhlt und so in eine Halbkörperbüste verwandelt worden. In der Neuzeit war der Komposition kein Erfolg beschieden: Das antike Pasticcio gehörte zu den günstigsten Posten beim Verkauf der Albani-Antiken im Jahr 1728, wurde in Dresden auf einen Hermenschaft montiert und um 1920 schließlich in seine einzelnen Bestandteile zerlegt. Erst im Jahr 2008 sind Kopf, Körper und Hände wieder miteinander vereint worden.
Dietrich Boschung, Jens M. Daehner, Frank Martin, Joachim Raeder, Friederike Sinn und Christiane Vorster (Bearb.): Katalog der Antiken Bildwerke III. Die Porträts, Best.-Kat. Skulpturensammlung Staatliche Kunstsammlungen Dresden, München 2013, Kat. 86, S. 371-378, Nr. Inv. Hm 398 (Kopf), H4 108 / 204 (Büste und Hände), Abb. 86,1-9 (Friederike Sinn)
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