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Rindenbaststoff des Körpers einer Maskenfigur (a siengem)

uns nicht bekannt - Hersteller Rudolph, Karl Emil (1879-1960) - Sammler
Ort, Datierung
Papua Neuguinea, Neubritannien [Neupommern], Gazelle-Halbinsel, vor 1909
Material und Technik
Abmessungen
199 x 39,5 cm
Inventarnummer
54324
Es handelt sich bei diesem Stück bemalten Rindenbaststoff um den Körperpart einer Maskenfigur, a sieng em. Bei diesen Figuren, die mythische Ahnen verkörperten, stand der Kopf vertikal zum walzenartigen Körper. Sie endeten in einem mit Federn dekorierten Schwanz, zusätzlich reichte eine Zierschnur mit beschnittenen gelben und weißen Kakadu-Federn vom Kinn bis zum Schwanzende. Masken wie diese traten bei den Tagtänzen der Baining auf.
Die Baining, die zu einer frühen Bevölkerung der Gazelle-Halbinsel Neubritanniens gehören und seit mindestens 15.000 Jahren in der Region ansässig sind, kommen mit wenigen Gegenständen materieller Kultur aus. Umso beeindruckender sind ihre Masken aus Rindenbaststoff und die damit verbundenen Tänze und Zeremonien. Neben den nächtlichen Tänzen um- und über das Feuer finden auch tagsüber Tänze statt, zu welchen Stabmasken und weitaus größere Masken an langen Stangen bewegt werden. Die fragilen, aus Rohrgestellen mit Rindenbast, Rindenabschnitten und Blattwerk sowie Federn bestehenden Objekte wurden in aufwendigen Herstellungsprozessen unter strikter Geheimhaltung angefertigt. Während der rund ein Jahr dauernden Arbeiten waren strenge Tabus einzuhalten.
Vor allem die Bedeutung der Motive der feinen Bemalung - wie auch das tiefere Wissen um die Inhalte der Zeremonien - ist Außenstehenden noch immer weitgehend unbekannt. Lediglich die Nachtmasken wurden aufbewahrt, um auch später Geistern die Teilnahme an den Festen zu ermöglichen.

(MVL, Marion Melk-Koch)
Kultureller Kontext
Baining (Erwerbung)
Reproduktion
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