Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 62306

Jaff Khordjin-Front

uns nicht bekannt - Hersteller
Ort, Datierung
Westpersien, südliches Kurdistan, 19. Jh.
Material und Technik
Abmessungen
64 x 56 cm (mit Fransen)
Inventarnummer
62306
Ein Stück, das 1980 in einem Dresdner Antiquitätengeschäft gekauft wurde. Vorbesitzer sind nicht bekannt, die Provenienz daher ungeklärt. Zu dieser Zeit konnten DDR-Bürger Kunstgüter, Antiquitäten und andere Waren gegen DDR-Mark staatlichen An- und Verkaufsstellen überlassen. Hochwertige Kunstgüter wurden von Staatsseite aussortiert, um gegen Devisen gewinnbringend das Land zu verlassen – darunter auch beschlagnahmte Sammlungen. Die als minderwertig eingestuften Gegenstände verblieben im DDR-internen Kunsthandel und wurden von Privatleuten, Sammlern, Antiquitätenhändlern und Museen wieder erworben. Private, nicht-staatliche Antiquitätengeschäfte wurden geduldet - z.T. mit Repressalien konfrontiert, z.T. enteignet oder beschlagnahmt. Von staatlicher Seite fanden verzogene, grob geknüpfte Textilien mit deutlichen Gebrauchsspuren keine Beachtung. Es ist somit eher unwahrscheinlich, dass es sich hier um ein Stück handelt, das unrechtmäßig in den DDR-Kunsthandel gelangt war – mit Sicherheit auszuschießen ist dies nicht.
Geknüpfte Front einer kurdischen Satteltasche und Teil der sog. Müllersammlung. Der Dresdner Maler Wilhelm Müller (1929-1999) trug mit Unterstützung einer Handvoll Dresdner Teppichenthusiasten im letzten Jahrzehnt vor der Wende 1989 über 200 bäuerlich-nomadische Knüpfarbeiten und Flachgewebe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts für das Museum zusammen. Vorwiegend Teppiche, Decken und Behältnisse aus Anatolien, Persien, dem Kaukasus und Mittelasien, die noch aus Vorkriegszeiten in DDR-Haushalten vorhanden waren und es galt, sie vor Missachtung, Zerstörung und dem Verkauf ins Ausland zu bewahren – aufgespürt in Sperrmüllcontainern, über Zeitungsannoncen oder im DDR-Kunsthandel. Durch Müllers Rat und Wirken tätigte das Museum Ankäufe, nahm Schenkungen an, auch aus privaten Sammlungen und Nachlässen. Stücke der sog. Müllersammlung zeigen die ganze Bandbreite vom verschlissenen Belegstück bis zum gut erhaltenen, musealen Sammlerstück. (Simone Jansen, 2022)
Reproduktion
Wenn Sie Abbildungen dieses Objektes nutzen möchten, nehmen Sie bitte hier mit uns Kontakt auf. Auch Objekte, die aus ethischen Gründen ausgeblendet sind, können bei begründetem Interesse mit diesem Formular angefragt werden.
Feedback
Wenn Sie zusätzliche Informationen zu diesem Objekt haben oder einen Fehler entdeckt haben, dann schreiben Sie uns: Anmerkung verfassen
Weitere Objekte, die Sie interessieren könnten, aus den Rubriken:
Tierzubehör

Pferdedecke "Чаппараах"

GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Weitere interessante Objekte
Pferdedecke "Чаппараах"
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Museum für Völkerkunde Dresden

Hocker

uns nicht bekannt
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Weitere interessante Objekte
Hocker
uns nicht bekannt
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
uns nicht bekannt

Anhänger/Amulett

uns nicht bekannt
Museum für Völkerkunde Dresden
Weitere interessante Objekte
Anhänger/Amulett
uns nicht bekannt
Museum für Völkerkunde Dresden
Zum Seitenanfang