Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 60573
Das Objekt war Teil des Forschungsprojektes „Geschichte und Provenienz der Ethnologischen Sammlungen Mylau Reichenbach" (2022). Aktueller Kenntnisstand und Zuschreibung des Objektes sind im Folgenden aus dem Projektbericht wiedergegeben:

"Dieses Objekt ähnelt, was seine Herkunft und die meisten Materialien angeht, den Objekten unter 60576 und 60575, ist aber in einem anderen Umfang dekoriert. Hinsichtlich seiner Form ähnelt dieses Objekt dem unter 60576 und unterscheidet sich von dem unter 60575. Auch bei diesem Behälter handelt es sich um einen Massai-Schnupftabakbehälter aus Kenia und Tansania, der aus Horn und Leder gefertigt und mit weißen Glasperlen und nativen Ketten verziert ist, die seine Schönheit sowie die Schönheit und den Status seines Besitzers betonen sollen. Der Riemen, der einen einfachen Transport und eine wirkungsvollere Präsentation des Schnupftabakbehälters ermöglicht, besteht nicht aus Leder wie bei den vorherigen Objekten, sondern aus einer nativen Kette. Ein weiterer Unterschied zu den vorherigen Schnupftabakbehältern ist die Tatsache, dass Hals und Boden hier mit hängenden Ketten und Perlen verziert sind. Dieser Behälter wurde nur am Gürtel und nicht um den Hals getragen, was an seinem kurzen Riemen erkennbar ist. Als eher soziales Objekt konnte dieses Schnupftabakbehältnis verschenkt, gekauft oder selbst hergestellt werden."

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"The object is like the objects under 60576 and 60575 in terms of origin and most materials but varies from them in terms of the extent of decoration. Regarding the shape, this object corresponds to 60576 but varies from 60575. This container is also Maasai Tobacco snuff container, from Kenya and Tanzania made of horn, leather, and decorated with white glass beads and native chains to accentuate its beauty as well as the beauty and status of the owner. The thong facilitating an easy transportation and a more effective ostentatious display of the snuff container is made of a native chain instead of leather as in the previous objects. Also different from all the previous snuff containers is the fact that the neck and bottom of this container is decorated with hanging chains and beads. This container was only hung on belts and but not the neck, given the short length of its thong. As a social object so to say, this snuff container could be offered as a gift, be bought, or self-made for oneself."

(Michael Angitso, 2022/23)

Die Zuordnung zur Sammlung des Otto Simons erscheint hier fraglich. Nach aktuellem Forschungsstand wurde sie für dieses und sieben weitere Objekte vermutlich bei der Übergabe der Objekte aus Mylau nach Dresden im Jahr 1976 vorgenommen, wobei die hier vergebenen Inventarnummern inkl. der Objekte in der überlieferten Dokumentation des MVD nicht aufgelistet sind. In den Eingangsverzeichnissen des Naturkundevereins Reichenbach, die in den Jahren 1897 und 1915 Zugänge von Otto Simon verzeichnen, sind diese Behälter nicht zuordenbar. Gleichwohl könnte es sich um 8 von 12 kleinen „Dosen (teils Schnupftabak-, teils Fett-) der Massai“ handeln, die im März 1912 aus dem Bestand der zum Tausch ausrangierten Objekte aus Dresden nach Reichenbach geschenkt wurden. Der Sammler und die genauen Erwerbsumstände bleiben bisher ungeklärt.
(Lore Liebscher, 2022/23)

Provenienzkette:
unbekannte Herkunft; evtl. Otto Simon/evtl. Museum für Völkerkunde Dresden; Museum des Vereins für Naturkunde zu Reichenbach (evtl. 1912 von MVD, bis 1948); Museum Burg Mylau (1948 bis 1976); Museum für Völkerkunde Dresden (seit 1976)
(Oppermann, SES, 2023)

Creditline
Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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