Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 60565
Ort, Datierung
Südost-Afrika
Material und Technik
Abmessungen
8 x 7,6 x 7,6 cm
Inventarnummer
60565
Das Objekt war Teil des Forschungsprojektes „Geschichte und Provenienz der Ethnologischen Sammlungen Mylau Reichenbach" (2022). Aktueller Kenntnisstand und Zuschreibung des Objektes sind im Folgenden aus dem Projektbericht wiedergegeben:

"Dieser Schnupftabakbehälter mit der geometrischen Form eines Topfes stammt von den Gesellschaften der Mfengu, amaXhosa, abaThembu oder amaMpondo der früheren Regionen Transkei und Ciskei im südlichen Afrika. Schnupftabakbehälter wie dieser wurden hauptsächlich in den früheren Regionen Transkei und Ciskei gefunden, nicht aber in der Provinz Ostkap in Südafrika. Im Gegensatz zu Schnupftabakbehältern aus Holz wie dem unter 49942 entstand dieser Schnupftabakbehälter nicht durch reduktive Schnitzprozesse, sondern wurde durch additive Prozesse hergestellt. Blut und Gewebereste, die beim Reinigen und Abschaben frischer Tierhaut anfielen, wurden mit Ocker und pulverisiertem Ton zu einer steifen Paste vermischt. Diese Paste wurde dann auf eine vormodellierte runde Grundform gestrichen, die zum Trocknen in die Sonne gestellt wurde. Anschließend schnitt man ein rundes Loch in die getrocknete Paste und entfernte die Grundform. Wenn die Masse fast getrocknet war, wurden Öffnung und Hals des Topfes geformt und mit einer Ahle wurde ein rauer Flor aufgestochen, um die Illusion von haarigem Fell zu erzeugen. Sozusagen als soziales Objekt konnte dieses Schnupftabakbehältnis verschenkt, gekauft oder selbst hergestellt werden."

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"This snuff container, modelled into the form a geometric form of a pot, originated from in the Mfengu, Amaxhosa, Abathembu or Mpondo societies of the erstwhile Transkei and Ciskei regions in southern Africa. Snuff containers such as this, were mostly found in the previous regions of Transkei, and Ciskei, not the Eastern Cape province of South Africa. In contrast to wooden snuff containers such as 49942, this snuff container was produced through additive processes rather than reductive processes of carving. Blood and tissue residues from the cleaning and scraping of fresh animal skin were added up and mixed with Ochre and powdered clay to make a stiff past. The paste was then spread over a pre-modelled round base form and left in the sun to dry, after which a round hole was cut into the dried paste and base was removed. The mouth and neck of the pot were formed when the mixture was nearly dried, and an awl was used to prick up a rough nap to the illusion of a hairy coat. As a social object so to say, this snuff container could be offered as a gift, be bought, or self-made for oneself."

(Michael Angitso, 2022/23)

Der Sammler und die genauen Erwerbsumstände bleiben bisher ungeklärt.
(Lore Liebscher, 2022/23)

Provenienzkette:
unbekannte Herkunft; Museum Burg Mylau (? bis 1976); Museum für Völkerkunde Dresden (seit 1976)
(Oppermann, SES, 2023)

Creditline
Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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