Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 40060
Ort, Datierung
Namibia, evtl. vor 1908
Material und Technik
Abmessungen
10,5 x 8,2 cm (Papiergröße); 6,6 x 6,5 (Siegelabdruck); 18,9 x 14,9 x 0,7 cm; Stärke: 0,1 cm (Kartonage)
Inventarnummer
40060
Das Objekt war Teil des Forschungsprojektes „Geschichte und Provenienz der Ethnologischen Sammlungen Mylau Reichenbach" (2022). Aktueller Kenntnisstand und Zuschreibung des Objektes sind im Folgenden aus dem Projektbericht wiedergegeben:

"Bei dem Objekt handelt es sich um ein extrahiertes Siegel des Anführers der Ovaherero Maharero kaTjamuaha (1820 – 7. Oktober 1890), des Vaters von Samuel Maharero (ca. 1856 – 14.3.1923), das er für offizielle Korrespondenzen verwendete. So erscheint das Siegel beispielsweise in seiner Proklamation von 1884, mit der er sein Land vor der drohenden Kolonialisierung schützen wollte (Krüger 2003, vgl. Teuthorn 2004). Es ist durch eine ausgewachsene Damara-Kuh gekennzeichnet, die für den Kern des Lebensunterhalts der Ovaherero steht: die Viehzucht. Außerdem zeigt es eine Sonne, deren Strahlen als Strahlen der Macht und Hoffnung interpretiert werden können."

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"The object is an extracted seal of the Herero supreme chief Maharero kaTjamuaha (1820 – 7 October 1890), the father of Samuel Maharero (abt 1856 – 14. 03. 1923), which he used for official correspondences. For instance, the seal appears in his 1884 proclamation that aimed at protect his country from the looming colonization (Krüger, 2003 cf. Teuthorn, 2004). The seal is marked by fully matured with a Damara cow, which represents the core of the Herero sustenance: pastoral farming. The seal also contains shining sun whose rays might be interpreted as rays of power and hope."

(Michael Angitso, 2022/23)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
"Muhona Munene Ua Ovaherero / König von Hereroland"
Gesine Krüger: Das goldene Zeitalter der Viehzüchter, Namibia im 19. Jahrhundert, in: Zimmerer/Zeller (Hg.): Völkermord in Deutsch-Südwestafrika, Der Kolonialkrieg (1904-1908) in Namibia und seine Folgen, Berlin 2003.

Vermutlich ist das Objekt eines von ursprünglich zwei Siegelabdrücken, die im Jahr 1908 von einem "Inspektionsassistenten Heller" an den Naturkundeverein Reichenbach geschenkt wurden. Hintergründe zum Sammler konnten bisher nicht ermittelt werden, womöglich handelt es sich um den Stationsassistenten und späteren Eisenbahninspektor Felix Arthur Heller aus Reichenbach/Vogtland. Die genauen Erwerbsumstände bleiben bisher ungeklärt.
(Lore Liebscher, 2022/23)

Provenienzkette:
unbekannte Herkunft; evtl. Felix Arthur Heller, Reichenbach/Vogtland (? bis 1908); Museum des Vereins für Naturkunde zu Reichenbach (evtl. 1908 bis 1923/24); Museum für Völkerkunde Dresden (seit 1923/24)
(Oppermann, SES, 2023)

Creditline
Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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