Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer V 594 f
Ort, Datierung
Abmessungen
H 25,0 cm, B 18,8 cm, T 18,7 cm; Gewicht: 3083 g
Inventarnummer
V 594 f
Der Augsburger Goldschmied Hans Jakob Mair hatte 1679 bis 1682 das Amt des Geschaumeisters und 1684 bis 1686 das des Vorgehers inne und dürfte daher in der Augsburger Zunft hoch angesehen gewesen sein. Sein umfangreiches Œuvre repräsentiert die Vorliebe jener Zeit für farbenfroh und zugleich kostbar ausgezierte Goldschmiedewerke. Zu seinen wichtigsten Abnehmern gehörten zahlreiche Fürstenhäuser, wie die heute etwa im Kunsthistorischen Museum Wien, der Rüstkammer des Kreml in Moskau oder der Münchener Schatzkammer vertretenen Arbeiten zeigen.
Die Tischuhr mit ihrem annähernd quadratischen Aufbau und dem reichen Besatz steht ganz im Zeichen ihrer Zeit sowie in der Tradition der Augsburger Goldschmiedekunst. Trotz des Steinbesatzes und den Emailverzierungen bleibt der klare kastenförmige Aufbau gut erkennbar. Die Anordnung der Steine erscheint bunt und prächtig, folgt aber in Farbgebung und Formensprache einem strengen Rhythmus. In filigraner Weise umspielen weiß emaillierte Ranken die Steinfassungen. Die aus Bergkristall gefertigten Fenster im Mittelfeld jeder Seitenansicht ermöglichen den Blick auf das Uhrwerk. Zusammen mit den ovalen, ebenso aus Bergkristall gefertigten Standfüßen verleihen sie der Uhr eine gewisse Leichtigkeit. Diesen Eindruck unterstreicht der beschwingt wirkende Kameltreiber in seinen wehenden Gewändern, der in einer leichten Drehung das Kamel am Zügel führt. Das neben ihm kniende Tier trägt das mit floralen Motiven bemalte Emailziffernblatt auf seinem Sattel.
Die Tischuhr ist in enger Verbindung mit der Türkenmode zu sehen, die seit Ende des 15. Jahrhunderts an den europäischen Fürstenhöfen zu beobachten ist. Getragen von der Bewunderung der kulturell und künstlerisch hochstehenden fremden Kultur, aber auch motiviert von der Konkurrenz zu den islamischen Herrschern, prägte sie eine ganze Gattung kunsthandwerklicher Arbeiten. (UW)
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