Das schwäbische Bauernpaar (dazu gehört Inv. Nr. VI 211) lieferte Johann Heinrich Köhler zur Schatzkammer. Er gehörte seit 1701 zu den Meistern der Dresdner Goldschmiedeinnung, arbeitete schon kurz darauf für den Hof und wurde schließlich 1718 zum Hofjuwelier berufen. Da Köhler kein Elfenbeinkünstler war, muss er die Figuren gezielt erworben oder in Auftrag gegeben haben, um sie schließlich auf prächtigen Sockeln zu platzieren. Schon im Pretioseninventar von 1725 wird das Paar ausdrücklich nach seiner Herkunft benannt. Tatsächlich entspricht die Kleidung der beiden jener bäuerlichen Tracht, wie sie in der Umgebung von Honau in Baden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts getragen wurde. Der kleine Bauer aus Elfenbein lüpft mit devoter Geste seinen Hut. Weit selbstbewusster kommt dessen »Compagnionin« in tänzerischer Pose daher. Sie balanciert einen Korb auf dem Kopf, den man nach 1733 mit farbenprächtigem Obst aus geschliffenen Edelsteinen füllte. Als Anregung für das Motiv der Frau mit Früchtekorb könnten verschiedene Stiche von Jacques Bellange gedient haben. Frappierend ist die Ähnlichkeit mit einem Figurenpaar aus Elfenbein in Florenz (Museo degli Argenti), das ebenfalls schwäbische Tracht trägt und auf ganz ähnlichen, mit Kameen verzierten Achatsockeln ihren Platz fanden.
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