Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 24207
Ort, Datierung
Kamerun, evtl. Kameruner Grasland, vor 1908
Abmessungen
29,5 x 10 x 4,7 cm
Inventarnummer
24207
Das Objekt war Teil des Forschungsprojektes „Geschichte und Provenienz der Ethnologischen Sammlungen Mylau Reichenbach" (2022). Aktueller Kenntnisstand und Zuschreibung des Objektes sind im Folgenden aus dem Projektbericht wiedergegeben:

Objektname: òkpì [Asumbo, Ipulo] | dándìē [Basa] | bùkìkìn [Asaka] | |ùkwà [Mesaka] | índèmī [Oliti] | ǹndēŋɡe᷆ [Isu]
"Während manche meinen, dieses Musikinstrument lasse sich nicht ohne Weiteres einer bestimmten Kultur zuordnen, da es in der anglophonen Region Kameruns kulturübergreifend vorkommt, behaupten viele andere, das Instrument gehe auf die Bamenda im Kameruner Grasland zurück. Da es so weit verbreitet ist, hat fast jede Kultur in dieser Region einen eigenen Namen für das Instrument. So wird es beispielsweise auf Asumbo (Ipulo) als òkpì, auf Basa als dándìē, auf Asaka als bùkìkìn, auf Mesaka als ùkwà, auf Oliti als índèmī und auf Isu als ǹndēŋɡe᷆ bezeichnet. Das Instrument wird bei Festen zur Kommunikation mit Maskentänzen gespielt. Als traditionelles Lamellophon, das mit den Fingern angezupft wird, ist es oft zum Musizieren ohne gesungenen Text zu hören. In einigen Kulturen, z. B. bei den Isu, wird das Instrument auch für Rituale und/oder die Kommunikation mit den Ahnen, Göttern oder Geistern verwendet. Für solche Zwecke werden Tier- oder Menschenblut sowie Federn auf dem Instrument verteilt, um ihm Macht zu verleihen. Da dieses Instrument keine Blutspuren aufweist, wurde es wahrscheinlich nur für gesellschaftliche Zwecke verwendet. Es kann aber auch sein, dass Blutspritzer, die es für religiöse Zwecke befähigen sollten, im Laufe der Zeit und/oder durch seine Handhabung verschwunden sind.
Die gewöhnliche Version dieses Musikinstruments konnte gekauft, verschenkt oder selbst gebaut werden, die für religiöse oder rituelle Zwecke verwendet wurde, nicht."

--

"While some people claim this musical instrument cannot be easily ascribed to a particular culture since it is commonality across culture in Cameroon’s Anglophone region, many claim that the instrument could be traced to the Bamenda people of Grassfields Cameroon. Consequent of its wide distribution, almost every culture in this region has a unique name for the instrument. For example, the instrument is called òkpì in Asumbo (Ipulo), dándìē in Basa, bùkìkìn in Asaka, ùkwà in Mesaka, índèmī in Oliti, and ǹndēŋɡe᷆ in Isu. The instrument is used in communicating with masquerades during festivals. As a traditional piano played with the fingers, it is often used in making music without vocal lyrics. In some cultures, e.g., the Isu, the instrument is also used for rituals, and/or communication with the ancestors, gods, or spirits. For such purposes, animal, or human blood as well as feathers are spread on the instrument to make it potent. There are no traces of blood on this instrument, which suggest that it was only used for social purposes, or sprinkles of blood that made it potent for religious purposes have disappeared due to time and/or handling."

(Michael Angitso, 2022/23)

Das Instrument ist Teil einer aus 16 Objekten bestehenden Sammlung, die mit der Provenienzangabe "Kamerun" versehen ist und im Jahr 1908 an das Völkerkundemuseum Dresden abgegeben wird. Als Schenker ist in den Akten des Museums ein Freiherr von Biedermann aus Dresden angegeben.
Um welchen Freiherrn von Biedermann es sich dabei handelt, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Möglich wäre Erich Ernst Moritz Freiherr von Biedermann (18.8.1874 Techritz bei Bautzen – 3.2.1931 Teplice) oder Christoph Gustav Moritz Freiherr von Biedermann (1862–1913), die beide 1908 ihren Wohnsitz in Dresden hatten. Damit bleiben auch die Erwerbsumstände des Musikinstruments ungeklärt.
(Lore Liebscher, 2022/23)

Provenienzkette:
unbekannte Herkunft; Freiherr von Biedermann, Dresden (bis 1908); Museum für Völkerkunde Dresden (1908 bis 1923); Museum des Vereins für Naturkunde zu Reichenbach (1923 bis 1948); Museum Burg Mylau (1948 bis 1976); Museum für Völkerkunde Dresden (seit 1976)
(Oppermann, SES, 2023)

Creditline
Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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