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Ort, Datierung
Afrika, Togo, Atakpamé, bis 1900
Abmessungen
58 x 32 x 32 cm
Inventarnummer
MAf 02964
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Die Trommel wurde aus Holz gefertigt, mit Linienornamentik verziert und einseitig mit Tierhaut bespannt. Es handelt sich um eine Kriegstrommel, die einem initiierten Priester oder einem Mitglied einer Gottheitsgemeinschaft gehört haben muss. Sie wird geschlagen, wenn die Gemeinschaft angegriffen wird. (Dr. Ohiniko M. Toffa) Laut Dr. Emery P. Effiboley würde ein normaler Bürger diese Trommel niemals sehen. Jede Gesellschaft hat ihre soziale Intimität und es ist die Aufgabe der religiösen Autorität oder des Königs sie zu schützen, wenn diese in Kriegszeiten bedroht ist. Ein Fremder hat nur Zugang zu dieser sozialen Intimität und die Möglichkeit solch ein Objekt zu sehen, wenn er eingeweiht wurde oder er die Regeln der Gruppe gebrochen hat. Adolf Diehl (1870-1943) war einer der erfolgreichsten privaten unabhängigen „Ethnographica-Sammler“. Er war etwa 1890-1911 in den damals deutschen Kolonialgebieten Togo und Kamerun. Als Händler der Gesellschaft Wölber und Brohm an der Küste Togos hatte er Kontakte, über die er sich Objekte aneignen konnte, um diese gewinnbringend im Deutschen Reich zu verkaufen. Er unternahm v.a. in Süd- und Zentraltogo verschiedene Reisen auf denen er sich Objekte aneignete oder diese von anderen Kolonisatoren erstand. Er ließ vermutlich auch bei Kunsthandwerker*innen Artefakte anfertigen, um sie weiterzuverkaufen. (Brandstetter 2021; Horstmeier 2020; Linden-Museum Stuttgart 2018; Sebald 2014) Gerade bei heiligen Objekten und denen, die ursprünglich wichtigen Personen gehörten, ist es wahrscheinlich, dass diese den Menschen gegen ihren Willen entwendet worden sind. Laut Katalogzettel handelt es sich um eine religiöse Trommel mit Gehänge, die angeblich aus Atakpamé stammt. Objekte in der Datenbank, die sich in Atakpamé angeeignet wurden, gehörten oft den Ewe. Diehl verkaufte die Trommel 1900 dem Museum. (MVL, Marlena Barnstorf-Brandes, 03.01.2023)
Reproduktion
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