Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens (Schildpattgarnitur)

Triquet, Pierre (1720-1728 erwähnt) - Goldschmied Köhler, Johann Heinrich (1669-1736) - Goldschmied
Ort, Datierung
Abmessungen
H 15,2 cm, B 10,4 cm
Inventarnummer
VIII 215
Die kunstvolle Verzierung des Schildpatts mit der wohl in Neapel entwickelten sogenannten Piqué-Technik besitzt einen subtilen Charme, dem sich auch August der Starke nicht entziehen konnte. So ließ er sich als letztes Juwelenensemble von Pierre Triquet, der wohl einer nach England vertriebenen Hugenottenfamilie entstammte, eine Schildpattgarnitur anfertigen (1721 bis 1728). Der Meister bevorzugte die "Piqué-posé"-Technik, bei der hauchdünne Goldstreifen hochkant in das Schildpatt eingelegt werden. Vereinzelte Akzente setzen versenkte Metallstifte, die als Punkte in Erscheinung treten ("Piqué-point"). Dem intimen Charakter der Garnitur mit ihrem zarten Linienmuster sollte allerdings durch Johann Heinrich Köhlers Brillantbesatz zu einer repräsentativeren Wirkung verholfen werden - eine folgenschwere Entscheidung, denn in späterer Zeit fiel ein Teil des Steinbesatzes der Modernisierung der Brillantgarnitur zum Opfer.
Ganz unversehrt haben sich der Bruststern und das Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens erhalten. Der von August dem Starken im November 1705 gegründete Orden, der mit dem weißen Adler auf ein traditionelles Staatssymbol Polens zurückgreift, sollte vor dem Hintergrund des ungünstig verlaufenden Nordischen Krieges den polnischen und sächsischen Adel an das Haus Wettin binden. Auf den Kreuzarmen des Sterns und der Rückseite des Kleinods befindet sich die Ordensdevise "Pro Fide, Lege et Grege" (Für Treue, Gesetz und Volk), die für die Ordensritter in "Pro Fide, Rege et Lege" (Für Treue, den König und das Gesetz) abgewandelt wurde.
Der Dresdner Hofjuwelier Johann Heinrich Köhler. Dinglingers schärfster Konkurrent, Ausst.-Kat. bearb. von Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dirk Syndram, Ulrike Weinhold, Susanne Thürigen und Marion Ackermann, Dresden 2019, S. 39; 136f, Nr. Abb. 1; Kat.-Nr. 19, Abb. ja

Der Dresdner Hofjuwelier Johann Heinrich Köhler. Dinglingers schärfster Konkurrent, Ausst.-Kat. bearb. von Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dirk Syndram, Ulrike Weinhold, Susanne Thürigen und Marion Ackermann, Dresden 2019, S. 41ff, Nr. Abb. 3, 4, Abb. ja
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