Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer MAf 00410
Während der Kolonialherrschaft des Deutschen Reiches über Kamerun (1884 – 1916) gingen deutsche Truppen mit großer Gewalt vor. Heute lagern in Folge des Kolonialismus eine Großzahl kultureller Güter aus Kamerun in deutschen Museen. Auch dieser byeri gehört dazu. Byeri sind bis heute von besonderer kultureller Bedeutung. Sie stehen für die Ahn*innen im Allgemeinen, dabei repräsentieren sie eine Person jedoch nicht selbst, sondern stehen stellvertretend die gesamten Vorfahr*innen. Die byeri bestehen aus einem harten Holz, Metall, Muscheln, Perlen und ihr wichtigstes Merkmal ist ihre glänzende Patina, die durch die Riten, in denen sie verwendet wurden, entstand. Sie kamen beispielsweise bei Initiationsriten und Übergangsriten zum Einsatz. Wenn sie nicht genutzt wurden, wurden sie im Gemeinschaftshaus oder im Haus des Ältesten der Familie aufbewahrt. Zu jedem Byeri (Wächterfiguren) gehört auch ein nsuk (Behältnis), in dem die menschlichen Überreste der Vorfahr*innen aufbewahrt werden. Der Byeri fungiert somit als Beschützer*in der Überreste der Ahn*innen, in dem sie beispielsweise die Blicke junger Männer abwehrten, die noch nicht initiiert wurden, da diese die Überreste der Ahn*innen schänden könnten. Die Ahnenfigur eignete sich Carl Heise, ein Mitglied der Schutztruppe in Kamerun, im 19. Jahrhundert im südlichen Kamerun an und verkaufte sie 1899 ans Museum.
Kultureller Kontext
Ngumba [Volk] (Herstellung)
Reproduktion
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