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Ort, Datierung
Afrika, Togo, vor 1900
Abmessungen
89 x 18 x 4,5 cm; Länge des Wedels: 68 cm
Inventarnummer
MAf 03113
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Der Pfeilwedel mit Eisenarmring ist vollständig mit Kaurischneckengehäusen besetzt. Seine Funktion als Amulett war es, im Krieg vor Feinden zu schützen. Es ist möglich, dass er einer traditionalen Autoritätsperson gehörte (Dr Emery Patrick Effiboley 23.05.2022). Laut Katalogzettel ist er Teil eines Konvoluts, das der Händler Adolf Diehl in der ehemaligen deutschen Kolonie Togo einem Diener des Kolonialbeamten Valentin von Massow abgekauft hat. Des Weiteren ist vermerkt, dass das Konvolut auf die Plünderungen während von Massows kolonialen Eroberungsfeldzug gegen die Kabiyé (21.01.1898 – 01.02.1898) zurückgeht. Die Kabiyé wurden im kolonialen Sprachgebrauch auch Kabre oder Kabure genannt und lebten im Nordosten der Kolonie. Von Massow (1864 – 1899) führte in seiner Funktion als Leiter der Militärstation Bassari (heutiges Bassar in Togo) und Kommandeur der Polizeitruppe der deutschen Kolonie Togo mehrere Feldzüge gegen die Lokalbevölkerung im Norden des heutigen Togos aus (Sebald 2013, 2014). Ende Januar 1898 erfolgte ein mit den beiden weiteren deutschen Kolonialbeamten Hermann Kersting und Gaston Thierry koordinierter Feldzug in das im Nordosten Togos liegende Gebiet der Kabiyé. Von Massow rückte dabei von Südwesten über Kabou, Kersting von Süden und Thierry von Norden ein (Sebald 1988, 2014; Trierenberg 1914). In seinem Tagebuch berichtete er von den Kampfhandlungen, bei denen zahlreiche Menschen getötet wurden. Von Massow brannte umliegende Ortschaften nieder und berichtete von umfassenden Plünderungen und Kriegsbeute. Die Kabyié leisteten lange Widerstand gegen die Kolonialisierung. Sie leben heute im Zentrum Togos, sowie in Teilen von Ghana und Benin. (MVL, Ricarda Rivoir, 17.07.2023)
Kultureller Kontext
Kabre (Herstellung)
Reproduktion
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