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Ort, Datierung
Afrika, Togo/Ghana/Burkina Faso, vor 1906
Abmessungen
19 x 18,5 x 18,5 cm
Inventarnummer
MAf 11825
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Die hier sogenannte Kopfbedeckung wurde aus Baumwolle hergestellt und mit Verzierungen versehen. Ringsum laufen parallel 6 Fransenringe. Laut Katalogzettel handelt es sich um die Kopfbedeckung eines Grusi Priesters und auch laut Akte ist sie Teil der priesterlichen Ausrüstung. Die Grusi (auch Gurunsi genannt) sind eine Bevölkerungsgruppe in Westafrika, hauptsächlich im Norden Ghanas und Süden Burkina Fasos. In Kolonialzeiten heißt es, die Grusi lebten westlich und nordwestlich von Wagadugu (damals u.a. Ouagadougou genannt) und Koudougou und im Nordosten des heutigen Ghanas. Auch laut Dr. Ohiniko M. Toffa handelt es sich um einen priesterlichen Gegenstand, der sakral und hochbedeutend ist. Dr. Emery Patrick Effiboley fügt hinzu, dass solche Kopfbedeckungen in einem größeren Gebiet Westafrikas, insbesondere in der Sahelzone, genutzt werden.
Adam Mischlich (1864-1948) arbeitete ab 1890 als Missionar für die Basler Mission erst an der Goldküste (Ghana) und ab 1894 in Togo. Nachdem er 1897 aufgrund eines sexualstrafrechtlichen Skandals aus der Basler Mission ausschied (Erbar 1991), trat er in den Dienst des Gouvernements Togo. 1898 übernahm er die Leitung der Station Kete-Kratschi (heute Kete Krachi, Ghana) und 1913 die der Station „Misahöhe“ (bei Kpalimé, Togo). Die Unterdrückung der lokalen Bevölkerung als auch die Ausführung der kolonialen Gerichtsbarkeit unterlagen ihm als Stationsleiter. (Meyer-Bahlburg 1994) Als Afrikanist führte er sprachwissenschaftliche Studien in Zentral- und Nord-Togo, vor allem des Hausa, durch und veröffentlichte diese in Missionsblättern und den „Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten“. Uns sind bisher keine militärischen Aktivitäten Mischlichs bekannt, was nicht heißt, dass nicht auch er potenziell an kriegerischen Auseinandersetzungen und Plünderungen der Bevölkerung beteiligt war. Des Weiteren war es nicht unüblich, dass die kolonialen Akteure sich gegenseitig Objekte schenkten, verkauften oder tauschten. Durch Adam Mischlich (bzw. von Mischlich an das Museum für Völkerkunde Berlin und anschließend an das Museum für Völkerkunde Leipzig) kamen insgesamt 494 Objekte an das Museum, von denen aktuell 35 als vermisst gelten. Die hier sogenannte Kopfbedeckung schenkte Mischlich dem MVL im Jahr 1906. (MVL, Marlena Barnstorf-Brandes, 27.07.2023)
Kultureller Kontext
Gurunsi (Herstellung)
Reproduktion
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