Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer MAf 08931
Ort, Datierung
Afrika, D.R. Kongo/Republik Kongo/Angola (Loango), Vor 1903
Abmessungen
Höhe: 22,5 cm
Inventarnummer
MAf 08931
Der Nkisi Npämbe gelangte 1903 als Schenkung von Robert Visser in die Sammlung des Museums. Carl Friedrich Wilhelm Robert Visser wurde 1860 in Düsseldorf geboren und arbeitete von 1882-1904 für die niederländische Handelskompanie „Nieuwe Afrikaansche Handels-Veenootschap“ an der Loango Küste als Leiter einer Plantage für Kaffee, Kakao und Kautschuk. Durch seine berufliche Stellung war auch er an der systematischen Ausbeutung des Kongo beteiligt. Während seines mehr als 20jährigen Aufenthalts in Französisch-Kongo, Belgisch-Kongo und Portugiesisch-Kongo übersendete er insgesamt vier größere Sammlungen an ethnografischen Objekten nach Deutschland. Diese waren für die Völkerkundemuseen in Berlin, Leipzig und Stuttgart bestimmt. Auf Wunsch des ehemaligen Direktors des Leipziger Völkerkundemuseums - Karl Weule - vermachte Visser dem Museum insgesamt 177 figürliche Minkisi, von denen sich noch heute, nach Tauschgeschäften und Zerstörungen im zweiten Weltkrieg, 92 im Bestand des Museums befinden.
Das Wort Nkisi steht im Allgemeinen für spirituelle Kräfte von Verstorbenen und Geistern, aber auch für Behältnisse und geschnitzte Figuren, die als Aufenthaltsorte von Geistern verstanden werden. Sie verkörpern die personifizierte Macht und bilden komplexe und vielschichtige magische Mittel. Minkisi können in Form von anthropomorphen und zoomorphen Figuren auftreten und erscheinen so auch als Muschel, Gefäß, Amulett, Horn oder Bündel. Neben ihrer unterschiedlichen äußeren Form besitzt jeder Nkisi seinen personifizierten Namen und Funktion. So geben sie Beistand im Unglück, werden für die Rechtsprechung genutzt, für die Verfolgung von Missetaten, die Stärkung von Gesundheit, zum Schutz vor Gefahren und für das allgemeine Wohlergehen. Sie dienen einer Person, Familie oder Gemeinschaft und sind Container für tierische, pflanzliche und mineralische Materialien. der Nkisi wurde vermutlich von schwangeren Frauen genutzt.
Kultureller Kontext
Vili (geographisch-stilistische Einordnung - [Herstellung])
Claus Deimel: Minkisi: Skulpturen vom unteren Kongo, Berlin ; München 2012, Seite 144, Nr. 45 (farbig)
Reproduktion
Wenn Sie Abbildungen dieses Objektes nutzen möchten, nehmen Sie bitte hier mit uns Kontakt auf. Auch Objekte, die aus ethischen Gründen ausgeblendet sind, können bei begründetem Interesse mit diesem Formular angefragt werden.
Feedback
Wenn Sie zusätzliche Informationen zu diesem Objekt haben oder einen Fehler entdeckt haben, dann schreiben Sie uns: Anmerkung verfassen
Weitere Objekte, die Sie interessieren könnten, aus den Rubriken:
Ritualobjekt

Amulett

uns nicht bekannt
Museum für Völkerkunde Dresden
Weitere interessante Objekte
Amulett
uns nicht bekannt
Museum für Völkerkunde Dresden
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig

Hocker

uns nicht bekannt
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Weitere interessante Objekte
Hocker
uns nicht bekannt
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
uns nicht bekannt

Porträt des Chiefs "Nerriga", Darling River

Kerry & Co. Sydney <Fotoatelier>
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Weitere interessante Objekte
Porträt des Chiefs "Nerriga", Darling River
Kerry & Co. Sydney <Fotoatelier>
GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Zum Seitenanfang