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Ort, Datierung
BIS 1904
Material und Technik
Abmessungen
60,2 x 1,9 x 1,9 cm
Inventarnummer
MAf 09573
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Das hier sogenannte Bündel Armbrustpfeile besteht aus 19 aus Holz geschnitzten Pfeilen. Laut Dr. Emery Patrick Effiboley wurde die Pfeile in Gemeinschaften ähnlich den Betambaribe zum Jagen verwendet und sind Teil ihrer Identität. Die Herstellungstechniken werden von Generation zu Generation weitergegeben. Heutzutage wachsen Kinder aber nicht zwingend in diesem traditionellen System auf, sodass das Wissen um die Pfeile verloren geht. Normalerweise waren die Pfeile vergiftet und nur innerhalb der Familie wurde das Gegengift aufbewahrt. Laut Katalogzettel und Akte (MVL 1904/46, Adam Mischlich) stammen die Pfeile aus „Akebu“. Es gibt heutzutage die Präfektur Akebou in der Nähe des Ortes Kougnohou, nordwestlich von Atakpamé. Der Bezirk liegt nahe des Gebirges des südlicheren Mitteltogos. Des Weiteren gibt es die Egbetebe (ehemals Akebu, Akébou, Kebu genannt), die im Gebirge des südlicheren Mitteltogos leben. Sie gehören zu den ersten in dem Gebiet lebenden Bevölkerungsgruppen.
Adam Mischlich (1864-1948) arbeitete ab 1890 als Missionar für die Basler Mission erst an der Goldküste (Ghana) und ab 1894 in Togo. Nachdem er 1897 aufgrund eines sexualstrafrechtlichen Skandals aus der Basler Mission ausschied (Erbar 1991), trat er in den Dienst des Gouvernements Togo. 1898 übernahm er die Leitung der Station Kete-Kratschi (heute Kete Krachi, Ghana) und 1913 die der Station „Misahöhe“ (bei Kpalimé, Togo). Die Unterdrückung der lokalen Bevölkerung als auch die Ausführung der kolonialen Gerichtsbarkeit unterlagen ihm als Stationsleiter. (Meyer-Bahlburg 1994) Als Afrikanist führte er sprachwissenschaftliche Studien in Zentral- und Nord-Togo, vor allem des Hausa, durch und veröffentlichte diese in Missionsblättern und den „Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten“. Uns sind bisher keine militärischen Aktivitäten Mischlichs bekannt, was nicht heißt, dass nicht auch er potenziell an kriegerischen Auseinandersetzungen und Plünderungen der Bevölkerung beteiligt war. Des Weiteren war es nicht unüblich, dass die kolonialen Akteure sich gegenseitig Objekte schenkten, verkauften oder tauschten. Durch Adam Mischlich (bzw. von Mischlich an das Museum für Völkerkunde Berlin und anschließend an das Museum für Völkerkunde Leipzig) kamen insgesamt 494 Objekte an das Museum, von denen aktuell 35 als vermisst gelten. Mischlich schenkte die Pfeile im Jahr 1904 an das MVL. (MVL, Marlena Barnstorf-Brandes, 11.07.2023)
Kultureller Kontext
nacharbeiten (Sammelereignis)
Reproduktion
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