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Ort, Datierung
Afrika, Togo, Agbodrafo (Porto Seguro), vor 1900
Abmessungen
47,5 x 1,5 x 1,5 cm
Inventarnummer
MAf 02974
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Adolf Diehl (1870-1943) war einer der erfolgreichsten privaten unabhängigen »Ethnographica-Sammler«. Er war von etwa 1890 bis 1911 in den damals deutschen Kolonialgebieten Togo und Kamerun und dort vor allem als Händler tätig. Aufgrund seiner Tätigkeit in der Handelsgesellschaft Wölber und Brohm mit Niederlassungen an der Küste Togos hatte Diehl Kontakte, über die er sich Objekte aneignen konnte. Diehl unternahm vor allem in Süd- und Zentraltogo verschiedene Reisen, auf denen er sich Objekte aneignete. Er erstand aber auch Gegenstände von anderen Kolonisatoren oder nutzte koloniale Wirtschaftsnetzwerke, um vermutlich bei Künstler*innen und Kunsthandwerker*innen in großem Umfang kulturelle Artefakte anfertigen zu lassen, um diese wiederum gewinnbringend im Deutschen Reich zu verkaufen. (Brandstetter 2021; Horstmeier 2020; Linden-Museum Stuttgart 2018; Sebald 2014)
Dieser hier sogenannte Hüft- oder auch Hochzeitsschmuck wurde aus Silber geschmiedet. Der Schmuck soll aus Agbodrafo, ehemals Porto Seguro, stammen und wurde wahrscheinlich von den Ewe hergestellt. Laut Katalogzettel gehörte der Schmuck „der Tochter des alten Königs Manah von Porto Seguro, die Diehl zur Frau erhielt.“ Durch die Rekonstruktion seiner Biografie ist bekannt, dass er zu einem uns unbekannten Datum eine togoische Frau namens Amaibah von Tinto heiratete, die er aber 1911 in Kamerun zurückließ. Dass es sich hierbei um die Königstochter handelt, ist sehr wahrscheinlich, da potenziell ein und dieselbe Frau auf mindestens 10 kolonialen Fotografien Diehls auftaucht, die er teils im damaligen Togo, teils in Kamerun aufgenommen hat und die sich am Museum befinden. Auf manchen Bildern wird die Frau als Amaibah von Tinto, auf anderen beispielsweise als "Togofrau eines Weißen" bezeichnet.
Den Hüftschmuck sowie 22 weitere Objekte aus Agbodrafo verkaufte Diehl im Jahr 1900 an das Museum. Darunter befindet sich auch eine Doppelhalskette aus Silber, die Diehl angeblich auch vom König Manah geschenkt bekommen haben soll. (MVL, Marlena Barnstorf-Brandes, 10.02.2023)
Kultureller Kontext
Ewe (Herstellung)
Reproduktion
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