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Ort, Datierung
Afrika, Ghana, vor 1900
Abmessungen
14,4 x 5,1 x 1,8 cm
Inventarnummer
MAf 02961
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Bei dieser Pfeife handelt es sich um eine geschnitzte Signalpfeife aus Holz mit einem Metallring. Solche Pfeifen wurden laut den Archivalien des Museums von Kriegern des Dagomba Königreichs im Nordosten des heutigen Ghanas am Köcher getragen und dienten der Kommunikation untereinander. Laut Dr. Emery P. Effiboley handelt es sich um ein Musik- als auch Instrument für die Jagd, um Jagdgenossen zu warnen und wurde auch im Krieg verwendet.
Laut den Informationen in der Datenbank wurde sie während des deutschen Feldzuges gegen die Dagomba vom 03.-12. Dezember 1896 angeeignet. Mit dem Ziel das Dagbon-Königreich im Nordosten des heutigen Ghanas zu unterwerfen, führte die deutsche Kolonialarmee unter den Deutschen Valentin von Massow, Hans Gruner, Gaston Thierry und Heitmann im Jahr 1896 eine sogenannte „Strafexpedition“ durch (Hardi 2016; Künkler 2022; Lang/ Nicklisch 2021; Sebald 1988, 2013; Tamakloe 1931; Trierenberg 1914). In seinem Tagebuch berichtet der Befehlshaber von Massow von zahlreichen Plünderungen und Brandlegungen durch die Kolonialtruppe. Die größte Schlacht fand am 04. Dezember nahe des Ortes Adibo statt, wo sich eine Armee tausender Dagomba der Kolonialtruppe entgegenstellte. Hunderte Dagomba starben durch die technisch überlegenen Waffen der Kolonisatoren und von Massow berichtete explizit von der Plünderung des Schlachtfeldes. Außerdem stürmte die Kolonialarmee am selben Tag die Dagbon-Hauptstadt Yendi und brannte sie zu großen Teilen nieder (Sebald 2014). In der Erinnerungskultur der Dagomba wird diesem Krieg und seinen verheerenden Auswirkungen für das Königreich bis heute gedacht (Sulemana 2013, Hardi 2016, Pukariga 2005). Wie genau die Pfeife in den Besitz von Diehl kam, ist noch nicht abschließend geklärt. In von Massows Tagebuch finden sich jedoch Hinweise darauf, dass er mit einer Person mit Namen Diehl, den er als „passionierten Sammler“ bezeichnet, in Kontakt stand (Sebald 2014). Zwischen den Deutschen in der Kolonie war es nicht ungewöhnlich Objekte untereinander zu tauschen, verschenken oder sich abzukaufen. (MVL, Ricarda Rivoir, 17.07.2023)
Kultureller Kontext
Dagomba [Volk] (Herstellung)
Reproduktion
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