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Ort, Datierung
Afrika, Nord-Togo/Nord-Benin, vor 1901
Abmessungen
2,3 x 53 x 15,1 cm
Inventarnummer
MAf 06934
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Das Beil besitzt eine geschmiedete Eisenklinge, die mit Symbolen verziert ist und sich an einem Holzschaft befindet. Es handelt sich laut Dr. Ohiniko M. Toffa wahrscheinlich um eine Waffe, die aber auch bei Zeremonien, bei denen Macht, Kraft und Kampfbereitschaft demonstriert wurde, zum Einsatz kam. Laut Dr. Emery P. Effiboley verweist die Tatsache, dass das Beil nicht spitz ist, darauf, dass es eine symbolische, zeremonielle Funktion innehatte. Es ähnelt den Mankpo aus der Region Abomey (auf franz. récade), die zur Authentifizierung einer Nachricht des Königs oder einer traditionellen Autorität genutzt wurden. Im Königreich Danxome hatte jeder König sein eigenes Mankpo mit individueller Symbolik. Hans Gruner (1865-1943) war Naturwissenschaftler und von 1892-1914 Kolonialbeamter in der deutschen Kolonie Togo, wo er u.a. die Leitung der Station "Misahöhe" (1892-1896 und 1899-1914), "Sansanné-Mango"(1896-1899), sowie der "Deutschen Togo-Hinterland-Expedition" (D.T.E.) (1894-1895) innehatte. Er war Teil zahlreicher sog. Strafexpeditionen. Gruner schenkte dem Museum 168 Objekte. Die Waffen wurden wahrscheinlich als Kriegsbeute erworben. Bei religiösen oder Statusobjekten ist es unwahrscheinlich, dass diese freiwillig abgegeben worden sind. Laut Katalogzettel stammt das Beil von den "Barba". Die Selbstbezeichnung lautet Baatombu. (Houessou-Adin 2009) Gruner durchreiste das Gebiet Borgu, in dem auch die Baatombu lebten während der sog. D.T.E. Mitte April bis Anfang Mai 1895. Hier nennt er die von Baatombu bewohnte Siedlung "Moni", sowie das Dorf "Gerimmageli/ Maheri ("Stadt der Schmiede"), in denen er Kontakt zu den Menschen hatte. Auf kolonialen Karten findet sich auch ein als "Barba" bezeichnetes Gebiet in Borgu, welches Gruner als "Barba- oder Heidengebirge" oder "Tamberma-Somba" (Sumba) in seinem Tagebuch erwähnt. Gruner erwähnt, dass er 1899 nochmal das "westliche Heidengebirge" erkundet und dort angeblich Friedensverhandlungen führt. (Sebald 1997) Somit könnte sich Gruner das "Objekt" im Jahr 1895 oder 1899 angeeignet haben. Er schenkte das Objekt 1901 dem Museum. (MVL, Marlena Barnstorf-Brandes, 08.01.2023)
Kultureller Kontext
Barba (Herstellung)
Reproduktion
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