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Ort, Datierung
Afrika, Togo, Kpalimé [Palime], vor 1916
Abmessungen
35,5 x 11 x 6,5 cm
Inventarnummer
MAf 25746
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Das hier sogenannte Blashorn besteht aus schwarzem Antilopenhorn, welches mit einem gemustertem und mehrfarbigem Lederbezug versehen wurde. Des Weiteren befinden sich braune Lederfransen und Trageriemen am Horn. Laut Katalogzettel handelt es sich um das Instrument eines Priesters aus Kpalimé, Togo. Laut Dr. Emery Patrick Effiboley findet man solche verzierten Hörner im nördlichen Teil von Benin, Togo, Ghana und Burkina Faso. Es wird als Instrument als auch als Kommunikationsmittel verwendet wird. Das Wissen um die Entschlüsselung der Botschaften geht heutzutage verloren. Laut Dr. Ohiniko M. Toffa handelt es sich bei dem Horn um ein persönliches Statussymbol.
Adam Mischlich (1864-1948) arbeitete ab 1890 als Missionar für die Basler Mission erst an der Goldküste (Ghana) und ab 1894 in Togo. Nachdem er 1897 aufgrund eines sexualstrafrechtlichen Skandals aus der Basler Mission ausschied (Erbar 1991), trat er in den Dienst des Gouvernements Togo. 1898 übernahm er die Leitung der Station Kete-Kratschi (heute Kete Krachi, Ghana) und 1913 die der Station „Misahöhe“ (bei Kpalimé, Togo). Die Unterdrückung der lokalen Bevölkerung als auch die Ausführung der kolonialen Gerichtsbarkeit unterlagen ihm als Stationsleiter. (Meyer-Bahlburg 1994) Als Afrikanist führte er sprachwissenschaftliche Studien in Zentral- und Nord-Togo, vor allem des Hausa, durch und veröffentlichte diese in Missionsblättern und den „Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten“. Uns sind bisher keine militärischen Aktivitäten Mischlichs bekannt, was nicht heißt, dass nicht auch er potenziell an kriegerischen Auseinandersetzungen und Plünderungen der Bevölkerung beteiligt war. Des Weiteren war es nicht unüblich, dass die kolonialen Akteure sich gegenseitig Objekte schenkten, verkauften oder tauschten. Durch Adam Mischlich (bzw. von Mischlich an das Museum für Völkerkunde Berlin und anschließend an das Museum für Völkerkunde Leipzig) kamen insgesamt 494 Objekte an das Museum, von denen aktuell 35 als vermisst gelten. Das Horn verkaufte Mischlich dem MVL im Jahr 1916. (MVL, Marlena Barnstorf-Brandes, 28.07.2023)
Reproduktion
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