Aquamanile in Gestalt eines Leoparden

Das Aquamanile ist Bestandteil des kulturellen und künstlerischen Erbe des vermutlich 800jährigen Königreiches von Benin. Das Königreich, welches auf dem Gebiet des heutigen südwestlichen Nigeria gelegen hat, wurde 1897 von den Briten erobert und die höfischen Kunstwerke gelangten als Kriegsbeute nach Europa. Das Aquamanile in Form eines Leoparden wurde für zeremonielle Waschungen des Oba genutzt. Sie wurden paarweise hergestellt, wobei sich das Pendant zu diesem Aquamanile in der Sammlung des Ethnologischen Museums Berlin, SMPK befindet. Der Leopard war das Hauptmotiv für Aquamanilen in Tiergestalt. Er ist das meist repräsentierte Tier im Kunstschaffen Benins und war das Totem des Königs. So verkörperte das Tier seine Macht und wurde zur Repräsentation dessen am königlichen Hofe selbst gehalten, aber auch geopfert. Zwischen seinen Ohren befindet sich eine Eingußöffnung, die durch einen Scharnierdeckel verschlossen wurde. Der Wasseraustritt erfolgte über zwei Löcher im Bereich der Nase des Tieres. Das Fell ist durch Punkte und Kreise stilisiert gestaltet. Im Bereich des Gesichts stechen vor allem die überdimensional großen Fangzähne hervor. Weitere Elemente im Kopfbereich sind die linienförmigen Schnurrhaare, die sich zu beiden Seiten der Nase erstrecken, die charakteristischen mandelförmigen Augen und die blattartigen Ohren. (SB)
Material und Technik
Abmessungen
42,5 x 66 cm
Inventarnummer
MAf 34557
Reproduktionsrechte
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