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Orangefarbener Umhang mit schwarzem Saum

Listner, Kurt (1885-1966) - Marionettenspieler
Kurt Listner (1885-1966) stammte aus einer der ältesten sächsischen Puppenspielerfamilien. Seine Vorfahren waren Webermeister und Bürger in Lichtenstein-Callnberg bei Chemnitz. Bereits um 1770 reisten sie mit ihrem Marionettentheater bis zur Leipziger Messe. Später entstanden in der Familie immer mehr Bühnen. Theatergehilfen wie Bonesky, Fischer, Gruhl, Koppe, Stopp und Trommer erlernten ihr Handwerk bei den Listners und heirateten meist auch in die Familie ein. 1921 verkaufte Kurt Listner das elterliche Marionettentheater, weil er sich auf Singspiele und Operetten mit Schauspielern konzentrierte wollte. Bereits zwei Jahre später bereute er es und erwarb das Puppentheater von Franz Auerswald für eine Million Mark. Dank der Inflation war der Kaufpreis schnell erwirtschaftet. Die Bühne war in Chemnitz angesiedelt. Durch die steuerliche Benachteiligung in der DDR musste Kurt Listner den Spielbetrieb 1951 als letztes Familienmitglied aufgeben. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Thum.

Traditionelle Marionettenspieler des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfügten gewöhnlich über ein Repertoire von einhundert bis zweihundert Puppenspielen. Zugleich besaßen sie aber abgesehen von Zwergen, Teufeln, Skeletten und Tierfiguren gewöhnlich nur 30 Marionettenkörper und etwa 50 bis 60 Wechselköpfe. Daher wurden die Figuren vor jeder Vorstellung aus einem großen Bestand von Kostümen und Perücken neu ausgestattet und hergerichtet. Dafür musste der größte Teil der Marionettenfäden aus Schusterzwirn entfernt werden. Teilweise gab es an den Fadenenden Haken oder diese bildeten eine Schlaufe, so dass das Umkleiden rasch von statten ging. Die Kleidung wurde mit Stecknadeln am Körper befestigt und nach der Vorstellung wieder entfernt. Auf die Qualität der meist selbstgefertigten Kleidung, ihren Zustand, die Reinlichkeit und die Bühnenwirkung durch aufwendige Stickereien wurde viel Wert gelegt. Ein guter Fundus besaß gewöhnlich mehrere hundert Kostümteile.
Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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