Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer G 10905
Die Schenkerin dieser Weihnachtspyramide, Frau Z. aus Dresden, wusste bei Übergabe des Objekts folgende Geschichte zu erzählen.
Ihr Bruder Jürgen (*1941) war Drechsler bei der Dresdner Firma Scholz. Um diese Pyramide fertigzustellen, machte er als Lehrling ein halbes Jahr lang Überstunden in seinem Betrieb. – Die Pyramide bestückte er mit gekauften Figuren aus erzgebirgischer Produktion.

Jürgens Eltern wurden bei seinem Chef vorstellig und beschwerten sich über das unerhörte Ausmaß der „Ausbeutung“ der Arbeitskraft des jungen Mannes. Der Chef der Firma verwies jedoch – nach vorheriger Absprache mit Jürgen – lapidar auf das laufende „Weihnachtsgeschäft“ und betriebliche Erfordernisse.
Die Stimmung in der Familie war auf einem Tiefpunkt.
Zu allem Überfluss verweigerte Jürgen dann auch noch den Kirchgang der Familie am Heiligen Abend. Bei Rückkehr vom Gottesdienst jedoch drehte sich die Pyramide auf dem Gabentisch – die Überraschung war gelungen, die Freude der Eltern über dieses außergewöhnliche Geschenk ihres Sohnes groß.

Allerdings starb Jürgen Z. bereits 1964 an einem schweren Asthmaanfall. Es war der Tag vor dem Muttertag – seine Mutter erhielt noch Blumen von ihm, als er bereits tot war.

Die Pyramide blieb etwas ganz Besonderes. Sie wechselte mehrfach den Standort innerhalb von Dresden. Als mittlerweile verwitwete Rentnerin reiste die Mutter 1985 in den Westen (ins badische Offenburg) aus und nahm die Pyramide mit. Ein Jahr später folgte ihr ihre Tochter, Frau Z., dorthin nach.
Ein paar Jahre später zogen die beiden Frauen nach Lörrach. Dort wurde die Pyramide 1999/2000 auch stark überarbeitet. Als 2004 die Mutter starb, blieb die Pyramide in der Familie und gelangte 2007 zur Schenkerin zurück.
Seit 2009 wohnt Frau Z. wieder in Dresden; sie hatte die Pyramide hier nur noch zum ersten Weihnachtsfest aufgebaut; seither nicht mehr – es sei nicht mehr dasselbe wie früher, wie sie sagt. Frau Z. übergab die Pyramide 2014 dem Museum.
Creditline
Museum für Sächsische Volkskunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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