Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer C 8871
Material und Technik
Abmessungen
31,2 x 23,6 cm
Inventarnummer
C 8871
Das wichtigste Werbemedium der traditionellen Marionettenspieler war seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Theaterzettel. Dieser wurde nicht nur als Plakat aufgehängt, sondern auch durch den Theatergehilfen, der das Amt des Zettelträgers versah, an die Haushalte verteilt. Um 1900 waren tausend Zettel preiswerter als eine kleine Annonce in der lokalen Tageszeitung. Die persönliche Übergabe steigerte die Wirkung noch. Am Ende des Gastspiels wurden die Zettel wieder eingesammelt und für den Einsatz am nächsten Ort sortiert, teilweise sogar repariert. In den Großstädten wurden manchmal auch neue Zettel nur für einen Veranstaltungsort gedruckt. Durch Wegschneiden der Ortsangabe konnten auch diese Zettel weiterverwendet werden. -
Gustav Richter (1878-1953) entstammte einer der ältesten sächsischen Marionettenspielerfamilien, die bereits im späten 18. Jahrhundert mit Marionetten umherzog. Auch seine Frau Meta, geb. Kressig (1878-1956), hatte denselben familiären Hintergrund. Nach ihrer Heirat machten sich Gustav und Meta Richter 1901 selbständig und reisten zunächst durch das Erzgebirge, die Lausitz und das angrenzende preußische Schlesien. 1935 ließ sich die Familie in Geising im Erzgebirge nieder und wurde seither als “Geisinger Richter” bezeichnet. Nach dem Krieg wollte Gustav Richter das ganze Theater aus Altersgründen verkaufen. Er ließ es von dem Maler Curt Auerswald neu malen, um den Wert zu steigern. Die Lizenzentzüge, von denen der Prinzipal 1949 selbst betroffen war, vereitelten den Verkauf jedoch. Das Theater wurde in Geising eingelagert und von der Familie 1965 an die Puppentheatersammlung übergeben.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Gustav Richter Druck: Paul Zschocke, Gottleuba
Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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