Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 25652
Bruno Wünsch (1863-1942) stammte aus einer der ältesten sächsischen Puppenspielerfamilien, die bereits um 1770 im Erzgebirge umherzog. Die Wünschs waren im Sommer Seiltänzer und im Winter Marionettenspieler. Bruno Wünsch machte sich nach dem Tod seines Vaters gemeinsam mit seinen älteren Brüdern Alexander und Albert und seinem Schwager August Clauss selbständig. Nach dem Ausscheiden ihrer Partner reisten Bruno und Albert bis etwa 1890 gemeinsam. Sie waren mit den Schwestern Franziska und Fanny Bonneschky verheiratet, deren Großvater bereits in Dresden ein bedeutendes Marionettentheater besessen hatte. Albert Wünsch, dessen Familie rasch wuchs, und Bruno trennten sich zu Beginn der 1890er Jahre. Da Bruno und Fanny Wünschs einzige Tochter bereits früh starb, reisten die beiden stets mit Theatergehilfen. Viele Jahre war dies Anton Johler, der auch als Theatermaler an der Bühne tätig war. Bruno Wünsch spielte bis kurz vor seinem Tod von Riesa aus. Zur Bühne gehörte ein umfangreiches Theatrum mundi, dessen älteste Teile auf die Zeit vor 1890 zurückweisen. Ab etwa 1895 malte Anton Johler fast alle Szenen. Mit seinem eigenen Theatermaler konnte Wünsch schnell auf Neuigkeiten reagieren. Eine Besonderheit war sein Wintertag in sächsischen Mittelstädten, den er für mindestens sieben Orte (Burgstädt, Döbeln, Hainichen, Lunzenau, Marienberg, Mittweida, Penig, Riesa) immer wieder aktualisierte. So wurden bei Gaststätten, Geschäften und Fuhrwerken Einzelteile übermalt, um sie den jeweiligen Orten anzupassen. Die letzten völlig neuen Szenen zum Theatrum mundi entstanden im Ersten Weltkrieg. Die Puppentheatersammlung besitzt den größten Bestand an Objekten zum historischen Theatrum mundi. -
Die Regieanweisung auf Pappe hing während der Vorstellung hinter der Bühne und beschrieb den Ablauf der auftretenden Figuren und der Licht- und der Geräuscheffekte bei der Szene "Seeschlacht" mit türkischen und englischen Schiffen.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Dittmannsdorf b. Geringswalde 20. Aug. 96 Hier wurde es eingerichtet. R. Dietrich
Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
Wenn Sie Abbildungen dieses Objektes nutzen möchten, nehmen Sie bitte hier mit uns Kontakt auf. Auch Objekte, die aus ethischen Gründen ausgeblendet sind, können bei begründetem Interesse mit diesem Formular angefragt werden.
Feedback
Wenn Sie zusätzliche Informationen zu diesem Objekt haben oder einen Fehler entdeckt haben, dann schreiben Sie uns: Anmerkung verfassen
Weitere Objekte, die Sie interessieren könnten, aus den Rubriken:
Regieanweisung

Bayer aus "Der bayrische Hiesl"

Wünsch, Bruno Edmund <senior>
Puppentheatersammlung
Weitere interessante Objekte
Bayer aus "Der bayrische Hiesl"
Wünsch, Bruno Edmund <senior>
Puppentheatersammlung
Puppentheatersammlung
Weitere interessante Objekte
Bestimmte Abreise des Elephanten. Nur noch bis zum 8. November zu sehen.
Garnier, Claude
Puppentheatersammlung
Wünsch, Bruno Edmund <senior>

Feierspeiender Berg Aetna Sicilien

Wünsch, Bruno Edmund <senior>
Puppentheatersammlung
Weitere interessante Objekte
Feierspeiender Berg Aetna Sicilien
Wünsch, Bruno Edmund <senior>
Puppentheatersammlung
Zum Seitenanfang