Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer NAm 05160
Ort, Datierung
Nordamerika, Kanada, Labrador-Halbinsel, Ende 19. Jahrhundert; Bezug zu Herrnhuter Mission, vermutlich Hoffenthal/Hopedale
Abmessungen
7 x 16 x 33 cm
Inventarnummer
NAm 05160
Ein Modell eines Inuit-Frauenbootes (Umiak).
Ein Umiak ist ein großes offenes Fell- oder Hautboot, in dem mehrere Personen bequem Platz finden. Weil es häufig von Frauen gerudert wird, bezeichnet man es oft auch als ‚Frauenboot‘. Sie sind sehr geräumig gebaut mit einem flachen Boden und fast senkrechten Seitenwänden. Für die Inuit war während ihrer nomadischen Lebensweise ein großes Boot unverzichtbar. Es ermöglichte ihnen nicht nur den Transport ganzer Familien zu Wasser, sondern auch den ihrer gesamten Habe wie Schlittenhunde, Schlitten, Zelte, Waffen und anderer Gerätschaften. Frauen begleiteten in den Umiaks ihre Männer bei der Robbenjagd im Kajak und nutzen das Umiak als Transportfahrzeug für den Fang. Es wurde auch zum Walfang genutzt, da sich hier die kleineren Jagdboote der Männer, Kajaks, als ungeeignet erwiesen. Nicht selten wurde das Boot auf Reisen an Land umgedreht und als provisorisches Schlafzelt genutzt.
Das Umiak wurde im gesamten Gebiet der Arktis verwendet, wobei regional Unterschiede in der Bauart je nach Nutzungsinteresse aufgetreten sind. In Alaska stand zum Beispiel der Einsatz beim Walfang im Vordergrund dort waren die Boote schmaler und wendiger als in Ostkanada und Grönland, wo größere und massivere Boote bis zu 30 Personen aufnehmen konnten. Meist jedoch wurden die Boote mit einer Länge von bis zu 8 Metern und einer Breite von 1,50 Meter konstruiert. Über ein hölzernes Bootgerüst wurden zusammengenähte Tierhäute, meist Seehundfelle, gespannt. Die eingesetzten Querbretter (Duchten) dienten als Sitzbänke für die Ruderer. Bei geradem Rückenwind konnten am kurzen Mast auch manchmal Segel aus zusammengenähten Häuten gesetzt werden, einen Kiel hatten die Umiaks nicht.
Der Sammler Johann Christian Louis Kästner (1837-1921) war Händler und Missionar in Labrador. Er lebte c. 20 Jahre zwischen 1869 und 1895 in Labrador (hauptsächlich Hopedale), bevor er aus gesundheitlichen Gründen nach Herrnhut zurückkehrte. (MVL, Frank Usbeck, 25.03.2020)
Kultureller Kontext
Inuit (Herstellung)
Reproduktion
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