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Lehmmauer mit Reliefs, Benin City - Folge "Benin"

Sydow, Eckart von (1885-1942) - Fotograf
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
8,8 x 8,8 cm
Inventarnummer
F 1974-1/131.2
Diese Fotografie, die sich zusammen mit zehn weiteren in der Fotosammlung des Museums für Völkerkunde befindet, geht zurück auf den Kunsthistoriker und Ethnologen Eckart von Sydow (1885–1942). Er forschte sowohl zum deutschen Expressionismus als auch zur Kunst aus Afrika und Ozeanien und sah beide Phänomene im Kontext des sogenannten Primitivismus über die „Grundtendenz“ eines „intuitiv-mystisches Welterlebnisses“ miteinander verbunden.
Die Aufnahmen fertigte von Sydow während eines Rechercheaufenthalts in Benin City in Nigeria im Sommer 1936 an, der mit Unterstützung des International Institute of African Languages and Cultures stattfand. Ergebnisse publizierte er 1938 in einem Aufsatz über „Ancient and Modern Art in Benin City“ im Journal der Institution und in einem Kapitel des posthum 1943 erschienenen Buchs „Im Reiche gottähnlicher Herrscher“. Verweisend auf die tabula rasa, die die Plünderung der Hofschätze der Obas von Benin durch britische Soldaten 1897 sowie das Niederbrennen des Palastes bedeutete, befasste er sich mit der Kunstproduktion der vergangenen 40 Jahre. Moderne Gelbgüsse, Schnitzwerke und Tonplastiken sah er als Schlüssel zum Verständnis auch der Kunst des alten Königreichs Benin. Mit Ahnen und Göttern geweihten Altären werden sowohl sakrale Kunstformen untersucht als auch mit geschnitzten Türen und verzierten Tonpfeilern die Bedeutung der Kunst im profanen Bereich. Mit der 1925 gegründeten Kunst- und Handwerkschule des Oba und den gildenartig organisierten Handwerksmeister werden die wichtigsten Akteure der lokalen Kunstszene vorgestellt, die sowohl für den höfischen Gebrauch wie auch für den europäischen (und afrikanischen) Markt fertigten. Obgleich insbesondere die Gelbgüsse aus von Sydows Sicht qualitativ hinter den historischen Werken zurückbleiben, was er u. a. auf den Verfall der politischen Macht des Königreichs und die Exportproduktion zurückführt, konstatiert er doch insgesamt eine „Renaissance“ der Künste in Benin City.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
verso: Stempel o. Mi.: "Institut für Rassen- und Völkerkunde / der Universität Leipzig / Neues Grassi-Museum, Johannisplatz.", Mi.: "Dr. E. v. Sydow / Charlottenburg, Berliner Str. 58 v."
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