Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
100 x 69,5 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 2535
Nur fünf Jahre vor seinem Tod schuf Böcklin, der als einer der bedeutendsten Künstler des Idealismus in der deutschen Malerei zu den wichtigsten Vorläufern des Symbolismus zählt, von Schicksalsschlägen gezeichnet, eine persönliche Deutung des Krieges und seiner zerstörerischen Gewalt. In freier bildnerischer Auseinandersetzung mit dem Ende der Welt in der „Offenbarung des Johannes“ des Neuen Testaments (6,2–8) stellt er die apokalyptischen Reiter dar, die mit ihren Geißeln Krieg, Hunger, Pest und Tod die Menschheit heimsuchen. Bereits Albrecht Dürer hatte jene vier menschheitsbedrohenden Katastrophen in der Holzschnittfolge „Apokalypse“ künstlerisch gestaltet.
Drei der unheilvollen Reiter jagen auf wild galoppierenden Pferden durch die Lüfte. Der Krieg sitzt inmitten der grausigen Schar auf einem Schimmel. Er ist nahezu verdeckt von der schwefelgelb gewandeten Pest mit schlangenumwundenem Haupt und geschultertem Schwert. Ihnen zur Seite reitet siegesgewiss der Tod als Triumphator mit einem Lorbeerkranz auf dem kahlen Schädel. Auf der Satteldecke lassen sich die Buchstaben „ALEP “ zu dem Wort „Aleptos“ ergänzen, dem griechischen Ausdruck für „unbesiegbar“. Am oberen Bildrand verbreitet eine Furie mit Brandfackeln Feuersbrünste über einer menschenleeren Stadt. Die Pferde mit panisch aufgerissenen Augen und weit geblähten Nüstern visualisieren das Unheil, das sie selbst auf ihren Rücken herbeitragen.
Anders als im „Sommertag“ setzte Böcklin bindemittelreiche, pigmentarme Farben ein, die teilweise die Untermalung durchscheinen lassen. Eine nicht vollendete Fassung im Kunsthaus Zürich zeigt die intensive Beschäftigung des Künstlers mit diesem Bildthema. (Autor: Heike Biedermann, 2018)

1902 erworben von Prof. Dr. Rudolf von Kaufmann, Berlin
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Bezeichnet links unten: A.B 1896
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