Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer Gal.-Nr. 2215 M
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
33,5 x 41,5 cm
Museum
Inventarnummer
Gal.-Nr. 2215 M
In gleichsam fixierender Sicht ist der mit scharfem Blick beobachtete Baumstamm aus der Umgebung herausgehoben worden. Der Kontrast zwischen der breit angelegten Flächigkeit des Hintergrundes und den detaillierter wiedergegebenen Pflanzen zu Füßen des Baumes vorn unterstreicht die differenzierte Sehweise des Künstlers hinsichtlich der malerisch aufgenommenen Erscheinungen der Natur, die sich erst durch seinen auswählenden und ordnenden Blick zur Bildkomposition fügen. In diesem Fall deutet auch das Format darauf hin, dass es sich wohl um mehr als eine nur ausschnitthaft gesehene und rasch erfasste Naturimpression handeln soll. Hervorzuheben im Hinblick auf die erstaunliche Qualität des Malerischen sind solche Einzelheiten wie die gedrehte und gerissene Rinde an dem abgestorbenen Baumstamm sowie der geradezu noble Farbklang des Bildes. 1822 hatte Carus in einem Brief an den Freund Regis über eigene Ölstudien unmittelbar nach der Natur berichtet, die er bei einem Aufenthalt in dem Dorf Striesen bei Dresden angefertigt hatte, wo damals seine Mutter mit Carus Tochter Caroline zur Kur weilte: »ich hatte meinen Oehlfarbenapparat vorausgeschickt und sass nun unter Pflanzen und Bäumen viele Stunden lang, sie frisch, wie es nur gehen wollte, in Farben nachbildend« (Carus an Regis 1814-1853, Brief o. D, 1822). Marlies Giebe hat an lässlich einer restauratorischen Untersuchung des Bildes da rauf hingewiesen, dass diese Studie eines entlaubten Baumes in der genauen Beobachtung der Oberflächenstruktur und der Beleuchtungsverhältnisse auch eine Voraussetzung für den zentralen Eichbaum in Carus großer Komposition »Erinnerung an eine bewaldete Insel der Ostsee (Eichen am Meer)« gewesen sein kann (Ausst-Kat. 2009/10, Bd. 2, S. 125-127), was möglicherweise auch eine etwas spätere als die von Prause vorgenommene Datierung der Studie rechtfertigen würde. Zugleich verweist diese Beobachtung darauf, dass Carus in seinem wichtigen Gemälde von 1834/35 nicht nur Reminiszenzen von der Rügen-Reise 1819 aufnahm, sondern die Erfahrungen seines gesamten bisherigen Naturstudiums in einem großformatigen Landschaftsbild zusammenfasste, das dem theoretischen Konzept jenes »Erdlebenbildes«, wie er es für eine Landschaftsmalerei der Zukunft selbst entworfen hatte, wohl recht nahe kam.
(Gerd Spitzer: 2009)
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