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Waldstück mit Baumstamm

Carus, Carl Gustav (1789-1869) - Maler
Ort, Datierung
Abmessungen
29,4 x 41,3 cm
Museum
Inventarnummer
Inv.-Nr. 84/06
Farbige Einzelbeobachtungen der Natur im nah gesehenen Dunkel zu Füßen eines Baumstammes addieren sich zur größeren Studie; doch erst durch die nachträgliche Korrektur des Bildformates ist der endgültige Ausschnitt bestimmt und die Komposition dadurch gefestigt worden. Die taggenaue Datierung innerhalb der schwach erkennbaren Bezeichnung deutet auf eine unmittelbare Aufnahme nach dem Naturvorbild hin. Da die dünne Leinwand aber ringsum beschnitten ist, lässt sich deren ursprüngliche Größe und die Art der Befestigung beim Malvorgang nicht mehr ermitteln. Die früher als bisher in der Literatur angesetzte Datierung ergibt sich vor allem aus der Lesart der Bezeichnung des Ölbildes, die neu erschlossen werden konnte. Ein vergleichbares Sepiablatt von Carus im Dresdener Kupferstich-Kabinett (lnv.-Nr.C 1963-598) zeigt in ähnlicher Weise großblättrige Pflanzen zu Füßen eines Baumstammes inmitten wild wachsender Gräser. Dieses Blatt ist leider nicht datiert, wird aber den vor 1818/20 entstandenen Arbeiten des Künstlers zuzuordnen sein. Ein weiteres großes Studienblatt im Nationalmuseum Oslo (»Pflanzen- Studie. Distel«; Pinsel in Braun, Gouache; 39,2x28cm; Inv.-Nr. NG.K&HB.15884) ist durch seine Bezeichnung auf das Jahr 1812 datiert. Nicht nur von der Größe des Formates her, sondern auch in der Wiedergabe der dargestellten Distel ähnelt es unserem Ölbild. So lässt sich schließen, dass Carus nicht erst seit seiner engeren Bindung an den Sommersitz Pillnitz und die dortige Landschaftsumgebung 1830/35, sondern bereits deutlich früher solche detailnahen Naturstudien in Ölmalerei ausgeführt hat. Dafür konnte ihm sicherlich der fast altersgleiche norwegische Landschaftsmaler Johan Christian Dahl Anregung geben, der seit 1818 in Dresden lebte. So besuchten Carus und seine Frau, einem Brief an den Freund Regis zufolge, Dahl im Februar 1820 in dessen Atelier und Carus bewunderte dort »die Wahrheit vieler einzelner Gegenstände, besonders der Vorgründe in seinen Bildern.« Allerdings äußerte Carus dabei auch Kritik an Dahls Naturauffassung, die zugleich seine eigenen Überzeugungen deutlicher hervortreten lässt: »Die grosse Fertigkeit der Hand macht es nämlich, dass er [also Dahl, d. V] die Natur selbst ziemlich leicht nimmt, es ist als wenn das Gefühl, so ein paar Pflanzen oder Bäume oder Wolken mit wenigen geschickten Griffen scharf und bestimmt hinwerfen zu können, welche doch von der Natur aus nur nach langen geheimnisvollen Prozessen uns vorgeführt werden, die innere Demuth zum Theil aufgehoben hätte, welche dem Mensch und insbesondere dem Künstler ziemt, [...].« (Carus an Regis 1814-1853, Brief vom 19. Februar 1820).
(Gerd Spitzer: 2009)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Bezeichnet links oben: Carus / 20 1 Jun.
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