Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
156 x 175 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 2580 A
Lovis Corinth entwickelte im Verlauf seines Schaffens zunehmend eine expressive, aus inneren Seelenzuständen entspringende Handschrift. Zeitlebens schuf er immer wieder auch monumentale Figurenbilder nach mythologischen und biblischen Motiven. Das Gemälde „Bathseba“ bezieht sich auf die alttestamentliche Geschichte von König Davids Ehebruch (2. Sam, 11). Corinth wählte den Augenblick kurz vor der Verführung. Als Modell diente ihm seine 22 Jahre jüngere Gattin Charlotte (1880–1967). Dabei gerät das Sujet durch die versteckte bildimmanente Doppelbödigkeit zur Selbstinszenierung. Obwohl der Künstler physisch im Bild nicht in Erscheinung tritt, bindet er sich durch die überaus freizügige Darbietung seines Modells indirekt in das Thema ein: Als Ehemann tritt er gleichermaßen an die Stelle von König David. Dabei verfuhr Corinth in ähnlicher Weise wie sein großes Vorbild Rembrandt, der ihn zu den verschiedenen Formen des Rollenspiels anregte.
Charlotte Behrend gehörte 1901 zu den ersten Schülerinnen von Corinths Malschule und wurde alsbald Modell und Muse des Künstlers. 1903 heiratete das Paar. Auch als Ehefrau und Mutter blieb sie eine eigenständige Künstlerin. Unverhohlen lässt Corinth seine Lust an der Nacktheit des weiblichen Körpers und an dessen erotischer Ausstrahlung erkennen. Er modelliert den Akt in hellem Inkarnatton vor schwarzweißem Grund. Die vereinfachte Wiedergabe der räumlichen Situation in großen farbigen Flächen steigert die Präsenz des Körpers, dessen kompliziert verkürzte Perspektive in frontaler Ansicht nahezu lebensgroß das Bildformat füllt. Die souveräne Handhabung der bildnerischen Mittel basiert auf der soliden akademischen Ausbildung des Künstlers in Königsberg, München und Paris. (Autor: Heike Biedermann, 2018)

1920 erworben aus der Galerie Fritz Gurlitt, Berlin, aus Mitteln der Pröll-Heuer-Stiftung
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Bezeichnet rechts oben: LOVIS CORINTH 1908
Reproduktion
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