Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
52,5 x 81,5 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 2206 P
Dramatisch wild aufschäumende Wasserstrudel strömen durch ein Flusstal mit blanken, von den Wellen freigespülten Felsen, zwischen denen sich abgestorbene Äste und bizarre Baumwurzeln verfangen haben. Das mit bewegtem Pinselstrich aufgesetzte Weiß lässt die Gischt in fahlem Licht erstrahlen. Hohe Fichten ragen in den von schweren Wolken verhangenen, düsteren Himmel. Die wenigen Menschen, unter ihnen Wäscherinnen und ein Reiter, erscheinen angesichts der Naturgewalt verschwindend klein. Das Werk ist ein typisches Beispiel für die nordischen Landschaften, die ihren Maler Johan Christian Dahl berühmt gemacht hatten und die er aus der Erinnerung oder nach Skizzen dort malte, wo er sich gerade aufhielt – sei es in Rom oder in Dresden –, und gut verkaufen konnte. Dahl lebte seit seinem 23. Lebensjahr nicht mehr in Norwegen, reiste aber später wiederholt dorthin. Waren die meisten frühen Landschaften noch frei nach der Erinnerung komponiert, so entstanden ab 1826 auf der Grundlage seiner Reiseskizzen Bilder von konkreten Landstrichen, wie hier von Maridalen: ein Flusstal nördlich von Christiania, dem heutigen Oslo. Das Bild geht auf eine Ölstudie aus dem Jahr 1844 zurück, die er allerdings erst acht Jahre später als Vorlage für diese große Komposition verwendete. Die rohe ungebändigte Natur findet eine Entsprechung in einer freien Malweise, mit der Dahl bei seinem ersten Auftreten in Dresden 1818 bis 1820 noch für Aufsehen gesorgt hatte. Dahl orientierte sich in seinem Stil an niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts wie Everdingen und Ruisdael. Aufspritzende Wasserfluten wie hier bei einem reißenden Flusslauf, aber auch von Wasserfällen oder von sturmbewegten Wellen auf dem Meer haben den Künstler sein Leben lang beschäftigt. (Autor: Holger Birkholz, 2018)

1943 Vermächtnis Florentine Mergen, Dresden
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Bezeichnet rechts unten: JDahl 1852.
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