Küstenlandschaft mit der Berufung des Petrus und Andreas

Brueghel, Jan (I) (1568-1625) - Maler
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
50 x 66,4 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 883
Die Weite der am Horizont verschwimmenden, von Fischerbooten und einer befestigten Stadt gesäumten Meeresküste und der hochliegende Augenpunkt erinnern an Brueghels frühe „Weltlandschaften“. Dort, wo der letzte schattige Geländestreifen auf die helle Küstenlandschaft trifft, spielt sich, effektvoll im Bildzentrum positioniert, die titelgebende Berufungsszene ab. Christus, der die Fischer Petrus und Andreas in seinen Dienst ruft, und seine Begleiter heben sich klar vom Hintergrund ab. Brueghel hat in mehreren, fein und detailreich wiedergegebenen Einzelszenen die Sichtung des Fangs, dessen Verkauf und Umschlag auf Pferdewagen geschildert und somit die neutestamentliche Szene (Lk. 5,1–11) in einen profanen, alltäglichen Zusammenhang eingebunden. Der etwas erhöhte, aber nahegelegene Betrachterstandpunkt erlaubt es, in die Figurengruppen gleichsam hineinzublicken. Der am Boden aufgehäufte Fisch bot dem Maler Gelegenheit zu einer äußerst minutiösen, stillebenhaft-genauen Darstellung einzelner Fischsorten. In der rechten unteren Bildecke, wo Reste eines Tierskeletts zu sehen sind, gibt Brueghel in der Gegenüberstellung mit der in Christus selbst verkörperten himmlischen Heilsbotschaft einen eindeutigen Hinweis auf die Deutung der Knochen als Zeichen des Todes. Der die Komposition beherrschende, charakteristische Rundturm auf einem Uferfelsen an der Meeresbucht lässt sich auf zwei Zeichnungen des römischen Scipionen-Grabes an der Via Appia zurückzuführen, die Brueghel während seiner siebenjährigen Studienreise durch Italien ausgeführt hat. Die von den italienreisenden Zeitgenossen Brueghels mehrfach gezeichnete antike Ruine erfreute sich besonders in der frühen flämischen Landschaftsmalerei großer Beliebtheit. Die Dresdener Küstenlandschaft weist eine Besonderheit auf: Auf der Rückseite der Kupfertafel findet sich der Prägestempel der Antwerpener Kupfertafelmachergilde in Form einer Hand, die dem Antwerpener Stadtwappen entlehnt ist, sowie die Jahreszahl 1607.
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