Parau Api. Gibt´s was Neues?

Gauguin, Paul (1848-1903) - Maler
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
67 x 92 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 2610
Das Bild entstand 1892 während Paul Gauguins erster, zweijähriger Reise nach Tahiti. In der zivilisatorischen Abgelegenheit der Südseeinsel hoffte er – vergeblich –, ursprüngliches, paradiesisches Leben zu finden. Seine anfängliche Euphorie wich unter den Verhältnissen auf dem missionierten und unter französischer Kolonialherrschaft stehenden Eiland einer melancholischen Stimmung, die er oft auf seine Modelle übertrug. Davon zeugt auch das Dresdner Bild. Zwei skulpturale, zu monumentaler Schönheit stilisierte Frauen füllen in bedrängender Nahsicht den Bildraum. Ihre Ähnlichkeit lässt vermuten, dass es sich um ein und dasselbe Modell handelt. Eine erste Fassung des Motivs, „Deux Femmes sur la Plage“, befindet sich im Musée d’Orsay in Paris.
Schwarze Konturen, abstrahierte Gewandmuster, Zweige und Früchte sowie die Schachtel an den Bildrändern verstärken das dekorative Moment. Dabei verwendete Gauguin kräftige Primärfarben, die er in der Synthese mit Form und Linie als grundlegendes Gestaltungselement einsetzte. Komplementärkontraste von Gelb und Blau sowie Rot und Grün steigern die Bildwirkung und vermitteln den Eindruck von schattenlosem Sonnendasein, ohne auf die Wiedergabe des unmittelbaren optischen Eindrucks abzuzielen. Durch den Verzicht auf zentralperspektivische Darstellung gewinnt die Verdichtung der Farbwerte an Bedeutung. Der strahlend gelbe Untergrund – vermutlich einer Hausterrasse – führt den Blick in die Tiefe: Ein Holzpfeiler rechts markiert den Übergang zur Landschaft, die als schmaler grünblauer Streifen lediglich angedeutet ist. Mit seinem OEuvre beeinflusste Gauguin nicht nur die Nabis und den Symbolismus, sondern er wurde auch auch zum Mitbegründer des Synthetismus und Wegbereiter des Expressionismus. (Autor: Heike Biedermann, 2018)

1926 erworben von Dr. Edvard Brandes, Kopenhagen, aus der Internationalen Kunstausstellung Dresden
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Bezeichnet rechts unten: Parau Api P Gauguin 92
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