Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 5370 a
Abmessungen
43,1 x 26,7 cm
Inventarnummer
5370 a
Schenkung Hans Frannek, Borna (Sammlung Otto Link). -
Hans Frannek wurde 1908 in Borna bei Leipzig geboren. Mit dem Puppenspiel kam er erstmals in den zwanziger Jahren im Rahmen der evangelischen Jugendarbeit in Berührung. 1927 wurde er Laienpuppenspieler und gründete 1931 die „Bornaer Künstler-Puppenspiele“ als halbprofessionelle Bühne. Die ersten Puppenköpfe schnitzte ihm der Lehrer Walter Schurath. In den dreißiger Jahren spielte Frannek häufiger in Kinos und zu betrieblichen Feiern. Nach Ausbruch des Krieges wurde er eingezogen und geriet 1942 nach Verwundung in sowjetische Gefangenschaft. 1945 betätigte er sich in Borna beim Aufbau der örtlichen FDJ, die ihm wiederum bei der Etablierung der „Bornaer Künstler-Puppenspiele“ half. Zwischen 1946 und 1969 reiste Hans Frannek in Sachsen und der ganzen DDR. Der „Bornsche Kasper“ zählte dank seines Humors und seiner Schlagfertigkeit zu den besten Handpuppenspielern Deutschlands. 1948 wurde er bei einem Wettbewerb sächsischer Kollegen Landessieger. Nach dem Krieg fertigte Johannes Sitte (1900-1980) zunächst die meisten der Figuren, bis um 1949 Gertraude Sorkalla (†1997) Mitspielerin Franneks wurde. Sie hatte zuvor in den Werkstätten von Gerhard Stiehl die „Bornaer Künstlerpuppen“ gefertigt. Da Hans Frannek noch unter den Folgen einer Kriegsverletzung litt, wünschte er sich leichtere Puppen, die Gertraude Sorkalla anfertigte. Wegen Franneks schlechter Gesundheit schlossen die „Bornaer Künstler-Puppenspiele“ 1969 für immer ihre Pforten. Eine Renaissance erlebte Hans Frannek seit 1980, als die kommunalen Puppentheater in Halle, Zwickau, Frankfurt/Oder, Dessau und Gera seine Puppenspiele neu inszenierten, teils sogar unter seiner eigenen Regie. Hans Frannek starb am 14. März 1995. Sein künstlerischer Nachlass wird in der Puppentheatersammlung bewahrt.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Original-Dreifarben-Linolschnitt F. Kaufmann, Bad Lausick / Druck Friedrich Klinghammer, Bad Lausick 976 1000 48 BO-0176

Sammlung Otto Link, Leipzig.
Otto Link (1888-1959) stammte aus Bromberg in Westpreußen, einer deutschen Stadt, umgeben von polnisch bevölkerten Dörfern. Er war Katholik und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Als Lehrer in Dorfschulen setzte er sich mit den kulturellen Gegensätzen auseinander. Er konnte polnisch und verstand auch andere slawische Sprachen ein wenig. Als seine Heimat 1919 zu Polen kam, wurde er an eine Leipziger Schule versetzt. Hier entdeckte er das Puppenspiel für sich, zunächst als Laienspieler im schulischen und außerschulischen Rahmen, dann als Redakteur der Zeitschrift „Das Puppentheater“, schließlich als Sammler und Forscher. Als international vernetzter Demokrat und SPD-Mitglied wurde er 1933 gemaßregelt, behielt aber weiterhin Distanz zum NS-Regime. Nicht einmal dem NS-Lehrerbund trat er bei, was sehr ungewöhnlich war und seiner schulischen Kariere schadete. Er gab das Spielen auf und konzentrierte sich auf das Sammeln. Am 1. April 1935 begann er mit dem ersten Inventarbuch. Ohne zu werten, trug er Materialien mit nationalistischem, nazistischem, kommunistischem und demokratischem Hintergrund zusammen. 1945 wurde Otto Link als einer der wenigen unbelasteten Lehrer Schulleiter und verlor diesen Posten wieder, als er sich weigerte SED-Mitglied zu werden. 1952 übereignete er seine private Sammlung dem Land Sachsen und wurde bis zu seinem Tode erster Leiter der „Staatlichen Puppenspielsammlung Dresden“ (später Puppentheatersammlung). Nach 1945 führte Otto Link keinerlei „Bereinigungen“ seiner Sammlung aus politischen Gründen durch, da er der Überzeugung war, dass das Material der Wissenschaft unverfälscht zur Verfügung stehen muss. Kleinere Vernichtungsaktionen, Überklebungen und Ausradierungen gab es erst unter seinen Nachfolgern, die niemals eine Demokratie erlebt hatten. In Otto Links Tradition wird die Sammlung heute fortgeführt.

Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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