Das Tausendjährige Reich (Triptychon)

Grundig, Hans (1901-1958) - Maler
Ort, Datierung
Abmessungen
150 x 178 cm (linke Tafel), 130 x 152 cm (Mitteltafel), 152 x 170 cm (rechte Tafel); Predella: 67 x 146 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 2981
Als aktiver Kommunist schuf Hans Grundig auch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 regimekritische Werke: Allegorien und Karikaturen auf Bespitzelung, Kriegstreiberei und Propaganda. Die großen, wohl als Trilogie konzipierten Tafeln des Triptychons während der zahlreichen Hausdurchsuchungen versteckt und überstanden auch Grundigs Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen. Die 1935 entstandene Tafel „Karneval“ zeigt – so der Künstler – „die Straßenzüge einer riesigen Stadt, die in blutrotem Himmel zu verbrennen schien. Irrsinnig gewordene Menschen und Masken durchzogen die Straßen, […] Nur im linken Bildwinkel standen noch die Kommunisten, nicht wankend und unerschütterlich.“ Für die zentrale Tafel „Vision einer brennenden Stadt“, die auf seine Eindrücke bei der Explosion des Arsenals in Dresden 1916 zurückgeht, entschied sich der Künstler, einen Zustand vor der totalen Zerstörung zu zeigen, die das Bombardement von 1945 scheinbar vorwegnimmt. Scheinwerfer, die Flugzeuge am Himmel suchten, Übungen zur Verdunkelung und mit Gasmasken waren üblich. Wer Hitler wählte, wählte den Krieg – hatte vor 1933 die KPD gewarnt, der auch Grundig angehörte. In beiden Seitentafeln zeichnen sich schwarze Banner vor glutrotem oder kaltgrünem Himmel ab, surreale Licht- und Farbwirkungen bestimmen die Szenerie. In der rechten Tafel „Chaos“ drängen himmelwärts heulende Wölfe um ein goldenes Schwein. Die sich aufbäumenden Pferde stehen für Opfer, Wölfe für die Nationalsozialisten.
Das Bild galt in der frühen DDR als „surrealistisch“ und formalistisch, was den Richtlinien des Sozialistischen Realismus nicht entsprach. 1958 wurden die Tafeln erstmals mit der Predella ausgestellt, die Hans Grundigs schlafende Frau Lea zeigt. (Autor: Birgit Dalbajewa, 2018)

1957 erworben durch das Ministerium für Kultur der DDR; die rechte Tafel 1958 erworben aus dem Museum für bildende Künste Leipzig im Tausch gegen das Bild „Leipzig von Lindenau aus gesehen“ von Johann Alexander Thiele
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Linke Tafel bezeichnet links unten: H. Grundig Ende 3 Anf. 3; Mitteltafel bezeichnet rechts unten: H. Grundig 1936; rechte Tafel bezeichnet rechts unten: H. Grundig 1938
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