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Plauener Künstler-Puppenspiele. "Rumpelstilzchen". Leitung: W. Matthias.

Plauener Künstler-Puppenspiele (1925-1959) - Puppenbühne Matthias, Willy (1897-1967) - Puppenspieler
Ort, Datierung
Abmessungen
29,7 x 21,1 cm
Inventarnummer
6325 b
Sammlung Otto Link.

Der gelernte Bauchtechniker Willy Matthias (20.9.1897 Werdau – 13.10.1967 Kauschwitz bei Plauen) aus Plauen erlernte 1923 bei Hans Korbacher (Zauber- und Varietétheater Schichtl) die Technik des Puppenspiels und ließ sich 1924/25 von dem Holzbildhauer Hermann Eisenreich ein Ensemble von Handpuppenköpfen schnitzen. 1925 gründete er den "Plauener Kasperle", ab 1945 "Plauener Künstler-Puppenspiele". Ab 1931 verwendete Willy Matthias Hohnsteiner Handpuppen für Aufführungen in Schulen. Nach eigener Angabe wurde ihm 1937 wegen seiner früheren Mitgliedschaft in der KPD die Spielerlaubnis entzogen. Während des Krieges gingen durch Luftangriffe Teile des Bühnenmaterials verloren. Von 1945 bis 1953 war Matthias als Berufspuppenspieler tätig. Die Bühne wurde von seiner Tochter Lucie Wunderlich noch bis 1959 mit neuen Inszenierungen fortgesetzt.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
49354 1000 PI/45/292

Sammlung Otto Link, Leipzig.
Otto Link (1888-1959) stammte aus Bromberg in Westpreußen, einer deutschen Stadt, umgeben von polnisch bevölkerten Dörfern. Er war Katholik und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Als Lehrer in Dorfschulen setzte er sich mit den kulturellen Gegensätzen auseinander. Er konnte polnisch und verstand auch andere slawische Sprachen ein wenig. Als seine Heimat 1919 zu Polen kam, wurde er an eine Leipziger Schule versetzt. Hier entdeckte er das Puppenspiel für sich, zunächst als Laienspieler im schulischen und außerschulischen Rahmen, dann als Redakteur der Zeitschrift „Das Puppentheater“, schließlich als Sammler und Forscher. Als international vernetzter Demokrat und SPD-Mitglied wurde er 1933 gemaßregelt, behielt aber weiterhin Distanz zum NS-Regime. Nicht einmal dem NS-Lehrerbund trat er bei, was sehr ungewöhnlich war und seiner schulischen Kariere schadete. Er gab das Spielen auf und konzentrierte sich auf das Sammeln. Am 1. April 1935 begann er mit dem ersten Inventarbuch. Ohne zu werten, trug er Materialien mit nationalistischem, nazistischem, kommunistischem und demokratischem Hintergrund zusammen. 1945 wurde Otto Link als einer der wenigen unbelasteten Lehrer Schulleiter und verlor diesen Posten wieder, als er sich weigerte SED-Mitglied zu werden. 1952 übereignete er seine private Sammlung dem Land Sachsen und wurde bis zu seinem Tode erster Leiter der „Staatlichen Puppenspielsammlung Dresden“ (später Puppentheatersammlung). Nach 1945 führte Otto Link keinerlei „Bereinigungen“ seiner Sammlung aus politischen Gründen durch, da er der Überzeugung war, dass das Material der Wissenschaft unverfälscht zur Verfügung stehen muss. Kleinere Vernichtungsaktionen, Überklebungen und Ausradierungen gab es erst unter seinen Nachfolgern, die niemals eine Demokratie erlebt hatten. In Otto Links Tradition wird die Sammlung heute fortgeführt.

Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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