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Liebespaar / zwei ältere Männer / Priester, sich einem jungen Mann verbrüdernd

Apel, Albert (1847-1905) - Marionettenspieler Apel, Amalie (1844-1914) - Marionettenspieler
Abmessungen
89 x 61 cm (Frau); 46 cm Spielkreuz
Inventarnummer
A 2384
Sammlung Kollmann. -
Die Familie Apel war in den 1880er bis 1950er Jahren die wichtigste Puppenspielerfamilie im Raum Dresden. Albert (1847-1905) und Amalie Apel, geb. Mosch (1844-1914), gründeten ihr Theater 1877 mit dem Ankauf der Bühne von Franz Lorgie (1765-1853), der wiederholt vor dem sächsischen Königshaus aufgetreten war. Da ihre zahlreiche Kinderschar musikalisch und schauspielerisch talentiert war, wurden ab 1884 auch Konzerte gegeben und kleine Singspiele aufgeführt. In der zweiten Generation waren Hermann Mosch (1866-1929), Heinrich Apel senior (1875-1920) und Helene Apel-Böttger (1877-1961) als Puppenspieler tätig, in dritter Generation Heinrich Apel junior (1895-1975) und Albert Apel-Böttger (1909-1986). Die letzten beiden großen Bühnen wurden 1952 als einem modernen, sozialistischen Staat nicht zeitgemäß verboten, die Spieler versuchten den Spielbetrieb aber noch einige Jahre in verkleinerter Form aufrechtzuerhalten. -
Die Metamorphose, eine Verwandlungsfigur, die sich durch Fadenzug in sekundenschnelle verwandelt lässt, stammt aus dem Teil des Apel-Fundus, der bereits 1914 von dem Sammler Kollmann in Leipzig erworben wurde. Die Figur zeigt zunächst eine junge Frau mit ihrem Galan, dann zwei ältere Bürger, die sich gegenseitig etwas zuraunen und schließlich einen katholischen Priester mit einem jungen Mann. Sie halten Flasche und Schale in den Händen.
Lars Rebehn: Biographien sächsischer Marionettenspieler, in: Johannes Moser, Lars Rebehn und Sybille Scholze (Hg.): „Mit großer Freude greif ich zur Feder.“ Autobiographische und biographische Zeugnisse sächsischer Marionettenspieler. Zusammengestellt nach Unterlagen der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Dresden 2006, S. 61-201, S. 79-94

Sammlung Prof. Dr. Kollmann, Leipzig.

Der Arzt und Universitätsprofessor Dr. Arthur Kollmann (1858-1941) war seit seiner frühesten Jugend ein Liebhaber des Puppenspiels, insbesondere des sächsischen Marionettentheaters. Bereits als Student nahm er Kontakt zu den beiden Leipziger Theaterprinzipalen und Halbbrüdern Carl und Paul Kapphahn auf, die ihn in die Puppenspielerszene einführten. Kollmann pflegte mit vielen Puppenspielern Kontakte, einige von ihnen wurden seine Freunde. Er half ihnen in Notzeiten und trug im Laufe der Zeit nicht nur eine große Puppentheatersammlung zusammen, sondern auch ein enormes Wissen. Als er sich 1906 in Leipzig eine eigene Stadtvilla errichten ließ, war eine Etage für seine Puppentheater- und seine Zauberkunstsammlung vorbehalten. 1912 und 1913 erwarb er zwei vollständige Marionettenbühnen, mit denen er in Leipzig öffentliche Vorstellungen geben ließ. 1914 kamen zwei weitere Bühnen hinzu, die direkt für eine museale Präsentation bestimmt waren. 1927 schenkte er seine Sammlung der Stadt Leipzig. Sie wurde in der Europa-Abteilung des Völkerkundemuseums im neuerrichteten Grassi-Museum aufgestellt. Zugleich wurden hier bis zur Zerstörung des Museumsgebäudes 1943 regelmäßig öffentliche Aufführungen gegeben. Durch die Luftangriffe auf Leipzig gab es Verluste, die meisten Objekte aber blieben erhalten. Nach 1945 wurde Kollmanns Sammlung aber nicht mehr gezeigt. Im Rahmen der Profilierung der Museen der DDR erfolgte ab 1972 die Überführung der Exponate in die Puppentheatersammlung. Sie wurde hier mit der Sammlung Link vereinigt, die einst in enger Beziehung zu Kollmanns Sammlung entstanden war.

Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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